Aachen - Die Hallenzeiten bleiben das große Streitthema

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Die Hallenzeiten bleiben das große Streitthema

Von: Gerald Eimer
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Vor die Tür gesetzt? Dem Handball-Nachwuchs von Schwarz-Rot Aachen wurden Hallenzeiten genommen, weil die Bundesliga-Volleyballerinnen nachmittags in der Halle an der Neuköllner Straße trainieren. Das Sportamt sucht nach Auswegen und will nächste Woche eine Lösung des Konflikts vorlegen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. In den Streit um die Trainingszeiten in der Sporthalle Neuköllner Straße will sich nun auch der Vorsitzende des Sportausschusses, Boris Linden, einschalten. Es gebe Zweifel, dass die Verwaltung die städtischen Richtlinien für die Vergabe von Hallenzeiten vollständig beachtet hat, heißt es in einer Mitteilung des SPD-Ratsherrn.

Hintergrund sind die Auseinandersetzungen zwischen den Bundesliga-Volleyballerinnen, die inzwischen unter dem Dach des Post-Sportvereins PTSV spielen, und den Nachwuchs-Handballern des Traditionsvereins Schwarz-Rot Aachen. Wie berichtet, hat die Stadt jüngst kurzerhand dem Verein Schwarz-Rot an drei Nachmittagen in der Woche die Hallenzeiten zugunsten der Profi-Sportlerinnen gestrichen.

Leistungssport habe Vorrang vor Breitensport, lautete das Argument des Sportamts. Die Bundes­liga-Volleyballerinnen seien schließlich ein Aushängeschild für die Stadt. Dem Biorhythmus entsprechend sollen die „Ladies in Black“ fortan ab 17 Uhr in der großen Halle an der Neuköllner Straße trainieren. Das Nachsehen haben vor allem die Kinder- und Jugendmannschaften von Schwarz-Rot, deren Trainingszeiten deswegen in die Abendstunden verschoben werden sollten.

Dass dies Schulkindern nicht zumutbar ist, hat das Sportamt nach den heftigen Protesten von betroffenen Eltern und Vereinsverantwortlichen inzwischen eingesehen. Doch das Dilemma ist nach wie vor groß – schlicht, weil der Stadt die Kapazität in den Sporthallen fehlt.

Allen Bekundungen der Stadt zum Trotz, möglichst schnell eine Lösung zu finden und beiden Seiten gerecht zu werden, hat bisher offenbar noch niemand die zündende Idee gehabt. Vor knapp zwei Wochen hatte das Sportamt zwar mitgeteilt, den Schwarz-Roten neue Trainingsmöglichkeiten in der benachbarten kleineren Halle angeboten zu haben, doch das war wohl nur die halbe Wahrheit: An zwei Tagen ist die Halle schon jetzt mit Kindern von Schwarz-Rot voll belegt, wie Geschäftsführerin Martina Durst betont.

„Der Konflikt besteht weiter“, sagt sie. In der Hoffnung, doch noch kindertaugliche Übungszeiten zugewiesen zu bekommen, will man nun auch den Oberbürgermeister um Hilfe bitten.

Für die SPD-Fraktion hat Boris Linden bereits erklärt, an dem Grundsatz festhalten zu wollen, dass der „Profi- und Leistungssport bei der Vergabe von Trainingszeiten keine Vorrangstellung gegenüber Breitensportlern beanspruchen“ könne. Die Maßstäbe bei der Hallenvergabe will sich die SPD nun genauer erklären lassen. Beide Vereine seien wichtig, für beide müsse daher auch Platz da sein, heißt die Devise.

Viele Faktoren abwägen

Für die Stadt erklärte Björn Gürtler vom Presseamt gestern erneut, dass die bisherige Lösung „nicht gut“ ist. Allerdings sei das Thema „superkomplex“. Bei der Vergabe der Hallenzeiten seien viele Faktoren abzuwägen, dazu zählen auch die Interessen von Kitas, Schulen, Vereinen und Profis. Man sei aber auf dem Weg „mit einer hoffentlich guten Lösung“, kündigte Gürtler gestern an. Wie sie aussehen soll, sei voraussichtlich „nächste Woche spruchreif“.

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