Aachen - „Die Gutenberg-Galaxis“: Medienrevolution mal anders

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„Die Gutenberg-Galaxis“: Medienrevolution mal anders

Von: Nina Krüsmann
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Setzt sich in ihren Werken mit dem medialen Wandel auseinander: Die Künstlerin Brigitte Burgmer. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Knallig bunt übermalte oder gänzlich verfremdete Titel-Bilder von Zeitungen sind seit gestern im Internationalen Zeitungsmuseum (IZM) an der Pontstraße zu sehen. Die Ausstellung „Titel-Bilder. Die Gutenberg-Galaxis“ von Brigitte Burgmer zeigt 40 erste Seiten von Zeitungen aus aller Welt. Die gedruckten Zeitungen vom Dezember 1980 und Januar 1981 stehen für eine andere Art der Kommunikation als elektronische Online-Zeitungen heute.

„The Medium is the message – Das Medium ist die Botschaft, dieses Diktum des berühmten Medientheoretikers Marshall McLuhan ist zentral für das Verständnis von Erscheinungsweise, Funktion und Wirkung der alten und neuen Medien wie für die ausgestellten Titel-Bilder“, erklärt IZM-Leiter Andreas Düspohl. Burgmer bildet in ihren künstlerisch umgestalteten Zeitungen die damalige Kulturlandschaft ab und spannt einen weiten Bogen durch Raum und Zeit. Oft verwendet sie Stilmittel wie Bildsatire und Zeitkritik.

„Drei große Revolutionen hat die Medienlandschaft bis heute erlebt“, sagt Düspohl. Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks war die zweite – und der Vorläufer der digitalen Revolution. „In letzterer befinden wir uns und die digitale Revolution stellt die Gutenberg-Galaxis vor große Herausforderungen.“ Der Abschied vom „alten Gutenberg“, der Umbruch von Bleisatz zur Computertechnik, ist auch das Thema der Schlagzeile des Kölner Stadtanzeigers vom 2. Februar 1979.

Sie lautete: „Jetzt rollen die Berichte ab. Schreibmaschinen von Bildschirmgeräten abgelöst. Lichtsatz ersetzt Bleisatz.“ Außerdem hat Burgmer die Ausgabe vom 1. Januar 1981 von „The Globe and Mail“ aus dem kanadischen Toronto mit einem Selbstporträt verfremdet. Darin greift sie in der Schlagzeile „Elektrisierende Nachrichten aus der Steckdose“ die damalige Medienrevolution auf. Die Zeitung werde in gedruckter Form nicht mehr erscheinen. Durch die politischen Bezüge und den mittlerweile erfolgten Wandel im Nachrichtenwesen ist die Serie heute ein Zeitdokument.

Zeitungskopf bleibt unberührt

Die Titelseiten sind sehr verschieden gestaltet. Die Text-Bild-Nachrichten wurden durch künstlerische Texte ersetzt, wobei der Kopf bei allen Zeitungen mit Namen, Erscheinungsort und –datum unberührt blieb. „Von medialer Kommunikation über Papier, Bild und Sprache, Layout und Druck bis hin zu Kultur- und Landespolitik entsteht ein Panorama der Gutenberg-Galaxis“, sagt Düspohl.

Zur Eröffnung der Ausstellung im IZM am Freitag, 8. März, um 19 Uhr tritt IZM-Leiter Andreas Düspohl mit Brigitte Burgmer in einen künstlerischen Dialog. Zur Vernissage erscheint eine auf 200 Stück limitierte Ausstellungszeitung. Die Künstlerin selbst gibt am Sonntag, 17. März, von 12 bis 16 Uhr einen Workshop für Erwachsene unter dem Titel „Nachrichten für die Zukunft“. Interessierte können sich bei Pia vom Dorp unter Telefon 0241/432-4935.

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