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Die gute Nachbarschaft nicht dem Zufall überlassen

Von: Rebecca Kiljan
Letzte Aktualisierung:
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Gemeinsam leben: Das genossenschaftliche Wohnprojekt „LebensWeGe“ nimmt Formen an. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Im nächsten Jahr soll Aachens erstes genossenschaftlich organisiertes Wohnprojekt an den Start gehen. Unter dem Namen „LebensWeGe“ werden sechs Männer und zwölf Frauen in die Mietwohnungen in der Mataréstraße einziehen und fortan ihr Leben gemeinsam meistern. Denn das Wohnprojekt zielt darauf ab, dass die Mieter gemeinsam leben, altern, lachen und ihre Zukunft planen können.

Initiator des Projekts ist die Genossenschaft „LebensWeGe Aachen“, die im August letzten Jahres gegründet wurde und sich aus dem Verein „Wohnprojekt LebensWeGe Aachen“ entwickelt hat. 2009 suchten die Gründungsmitglieder des Vereins schon nach Gleichgesinnten, die ihre Vorstellung einer gemeinsamen Wohnungssituation teilten.

Nachdem sie auf viel positive Resonanz gestoßen sind, wuchs die Idee eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts weiter, wie Dagmar Erwert, Vorstandsmitglied der Genossenschaft, erklärt. „Unser Anliegen war es, eine alternative Lebensform zu bieten. Die Mieter treffen alle Entscheidungen demokratisch und alles wird gemeinschaftlich besprochen – zum Leidwesen des Architekten.“ Auch die Suche nach einem geeigneten Grundstück stellte eine Herausforderung dar, bis die Pfarre St. Katharina in Forst etwas Passendes zum Verkauf anbot. Entstehen sollen dort nun 14 Wohnungen mit Größen von 35 bis 100 Quadratmetern. Alle barrierefrei gebaut werden, sechs davon werden mit Wohnberechtigungsschein vermietbar sein.

„Gemeinsames Wohnzimmer“

Das Kernstück bildet dabei die Wohnung im Dachgeschoss. Sie verfügt über eine Dachterrasse mit Blick auf den Lousberg. Hier sollen sich alle Mieter treffen und zum Beispiel zusammen kochen. „Die Wohnung ist ein großes, gemeinsames Wohnzimmer“, so Erwert. Bereits jetzt sind alle Wohnungen vergeben. Eine davon an die allein erziehende Mutter Barbara Stärk und ihren Sohn Jan. „Ich bin im Wohnprojekt, weil für mich gute Nachbarschaft wesentlich für die Lebensqualität ist und ich sie nicht weiter dem Zufall überlassen will.“

Gerade auf die Vermietung wird viel Wert gelegt. „Es gibt zahlreiche andere Wohngemeinschaften, aber unsere hebt sich durch fehlende Privatisierung ab. Unser Projekt zielt nicht auf Profit“, erörtert Jan von Staden, Mitglied der Genossenschaft. Doch da das gemeinschaftliche Vorhaben voraussichtlich einen Gewinn einbringen wird, wird dieser in eine weitere „LebensWeGe“ investiert und an gemeinnützige Organisationen gespendet. Gerade die Neuinvestition liegt von Staden am Herzen „Wenn das Projekt jetzt funktioniert, dann wird die Genossenschaft auch weitere Häuser bauen.“

Die Finanzierung ruht auf mehreren Säulen: Es gibt es Pflichtanteile, die die ordentlichen Mitglieder zahlen müssen. Hierzu müssen sie zehn Pflichtanteile zu je 250 Euro kaufen. Nur ordentliche Mitglieder haben das Recht auf eine Wohnung. Daneben gibt es die investierenden Mitglieder, die freiwillig Anteile kaufen können. Ab zwei gekauften Anteilen werden diese verzinst. Der Zins liegt zwischen zwei und vier Prozent. Neben Bankkrediten und Förderdarlehen wird das Projekt zusätzlich durch privates Kapital der Genossenschaftsmitglieder finanziert.

Am Samstag, 1. Februar, stellt sich die Genossenschaft mit einer Infoveranstaltung vor. Sie beginnt um 16 Uhr in der Nadelfabrik, Reichsweg 19.

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