Freizeittipps Freisteller

„Die grüne Fee“: Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlicht

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
12908757.jpg
Die Aachener Autorin Judith C. Vogt hat „Die grüne Fee“ mit herausgegeben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Anfang des 15. Jahrhunderts gab es in Europa eine Zeit relativer Abkühlung, die zu sehr harten Wintern führte. Umgangssprachlich wird diese Zeit, die bis in das 19. Jahrhundert hinein andauerte, als „Kleine Eiszeit“ bezeichnet.

Nun stelle man sich vor, es hätte sich nicht nur um eine erdzeitlich kurze Kaltwetterphase gehandelt, sondern um eine echte Eiszeit, die Jahrtausende oder Jahrmillionen dauern kann.

Aus dieser „Was-wäre-wenn“-Idee hat das Autorenpaar Christian und Judith C. Vogt ein völlig neues Europa geschaffen, eines, in dem die Geschichte der Menschheit anders gelaufen ist. Afrika, ein grüner, reicher Kontinent; Europa ein eiskalter Kontinent; und jede Menge skurrile Technik ist entwickelt worden. Mit ihrem Roman „Die zerbrochen Puppe“, einem Kurzgeschichtenband und einem Rollenspielsystem ist ein Universum entstanden, das Fans des Steam­punks begeistern konnte.

Nun gibt es ein neues Schmankerl aus der Welt von Eis und Dampf, wie die Autoren ihre Welt selbst beschreiben: einen Groschenroman. Jene Trivialliteratur, die heute noch am Bahnhofkiosk zu finden ist und meist zwischen einem und fünf Euro kostet. Doch mit solchen Heftchen hat „Die grüne Fee“, so der Titel des Hefts, nicht viel zu tun.

Bei dem Werk, das das Autorenpaar Vogt gemeinsam mit dem Autorenpaar Mia Steingräber und Tobias Rafael Junge herausgegeben hat, handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, gestaltet im Stil der 20er-Jahre. „Wir haben das Heft selbst drucken lassen“, erläutert Judith C. Vogt. „Wir wollten das Papier selbst aussuchen und Tobias Junge wollte selbst das Layout gestalten.“ Hätte ein Verlag diese Arbeit übernommen, wäre vermutlich ein ganz anderes Produkt dabei entstanden. Für die Illustrationen im Heft war Mia Steinschläger verantwortlich. Ohne die – selbstverständlich gedruckten – Abnutzungsspuren oder das teils absichtlich schiefe Druckbild in einer Kurzgeschichte wäre auch viel des Charmes verlorengegangen.

Der Titel des Hefts bezieht sich auf Absinth, ein alkoholisches Getränk aus Wermut, welches ab 1915 in vielen westlichen Ländern verboten wurde und erst seit einigen Jahren nahezu überall wieder erlaubt ist. Allgemein galt Absinth als Getränk kreativer Köpfe, Künstler und Literaten.

In dieser Tradition ist auch der Name des Groschenromans zu verstehen: „Die grüne Fee, der kreative Geist des Absinths leiht diesem Heft freundlicherweise ihren Namen“, heißt es im Vorwort. Geplant ist, dass jedes Jahr ein Heft erscheint. Für die nächsten beiden gibt es auch schon genügend Autoren. Stilecht gibt es sogar Werbung im Heft. „Wir hatten zunächst gedacht, fiktive Anzeigen zu schreiben“, erklärt Vogt, mit Blick auf die wachsende Steampunkszene habe man sich dann aber für echte Anzeigen entschieden.

Ein paar Groschen kostet das Heft heutzutage natürlich nicht. 3,50 Euro zahlt man für das Heft, das derzeit nur bei Judith C. Vogt (E-Mail judith@eis-und-dampf.de) bestellt werden kann. Demnächst soll es über den Uhrwerk-Verlag vertrieben werden. „Der Preis ist der Inflation geschuldet“, so Vogt lachend – und sicherlich auch der Währungsumstellung. Denn den Groschen gibt es bekanntlich gar nicht mehr.

Wer die Autorin persönlich kennenlernen möchte, hat dazu am kommenden Samstag, 3. September, zwischen 12 und 15 Uhr in der Mayerschen Buchhandlung, Buchkremerstraße 1-7, Gelegenheit.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert