Aachen - Die große Unbekannte war schon oft in Aachen

Die große Unbekannte war schon oft in Aachen

Von: Gerald Eimer
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Freuen sich auf die neue Karlspreisträgerin Dalia Grybauskaite: Karlspreis-Geschäftsführer Bernd Vincken, Oberbürgermeister Marcel Philipp und Karlspreis-Sprecher Jürgen Linden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Eine Umfrage auf dem Weihnachtsmarkt hätte wohl wenig Sinn, gab Karlspreis-Sprecher Jürgen Linden den Journalisten vorsorglich mit auf den Weg: „Wir sind uns bewusst, dass nicht jeder sie kennt“, sagte er über Dalia Grybauskaite, Karlspreisträgerin des Jahres 2013. „Aber sie ist eine große Europäerin“, fügte er schnell hinzu.

In der Tat: Die 56-Jährige aus Litauen, die am Himmelfahrtstag nächsten Jahres die Aufmerksamkeit auf Aachen lenken soll, wäre wohl den wenigsten Menschen, die sich draußen durch die Budengassen schoben, ein Begriff gewesen. Im Rathaus ist man dennoch überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Nach „spannender und guter Diskussion“ sei man zu einem „guten Ergebnis“ gekommen, teilte Marcel Philipp am Samstag gegen 14 Uhr auf einer wie immer denkbar kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bekannt. Relativ schnell habe man sich bereits am Freitag auf der Klausurtagung in der Aachen-Münchener-Akademie in Bergisch-Gladbach auf die litauische Präsidentin verständigen können. „Diesmal einstimmig“, unterstrich Linden.

Er spielte damit auf die umstrittene Kür von Wolfgang Schäuble im Vorjahr an, bei der es aus der Runde des 17-köpfigen Direktoriums sechs Stimmen gegen den Bundesfinanzminister gegeben haben soll. Diesmal soll alles glatt gegangen sein – ob es daran lag, dass alle Beteiligten bestens mit den Leistungen von Frau Grybauskaite vertraut waren, bleibt den Spekulationen der Außenstehenden überlassen.

Telefonisch habe man die designierte Preisträgerin am Samstagmorgen erreichen können, teilte Linden mit. „Sie nimmt den Preis mit großer Freude an.“ Fremd wird ihr die Stadt nicht sein, wenn ihr am 9. Mai die Auszeichnung übergeben wird. In ihrer Zeit als Brüsseler EU-Kommissarin sei sie häufiger privat in Aachen gewesen, habe sie dem Direktorium verraten. „Sie kennt die Aachener Shoppingzonen ganz gut.“

Auf großes familiäres Gefolge wird man sich nicht einstellen müssen: Dalia Grybauskaite ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Aber natürlich dürfe sie Begleiter aus dem Freundeskreis und ihrem politischen Umfeld mitbringen.

Wie immer werden solche Feinheiten noch im direkten Kontakt besprochen. Wann Linden und Philipp die Preisträgerin besuchen und ihr den Preis persönlich antragen, ist noch offen. Ungeklärt ist auch noch, wer die Laudatio halten wird.

Eine Premiere ist dem Karlspreis im 63. Jahr seiner Verleihung laut Linden schon jetzt sicher: Noch nie hat es beim Karlspreis einen baltischen Gast gegeben.

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