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Die grauenvollen Folgen der brutalen Messerattacke

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Auch wenn der Notarzt an jenem Donnerstagabend am 13. Dezember gegen 21.30 Uhr noch so schnell zum Tatort mitten in Aachens Innenstadt gekommen wäre, dem 22-jährigen Opfer einer heftigen Messerattacke in der Privatwohnung eines 25-Jährigen in der Elisabethstraße wäre nicht mehr zu helfen gewesen.

„Selbst wenn das Opfer noch gelebt hätte“, referierte der Kölner Rechtsmediziner Frank Plüsch vor dem Aachener Schwurgericht die Ergebnisse der Obduktion, „hätte sofort ein Herzchirurg zur Verfügung stehen müssen“. Plüsch beschrieb die grauenvollen Folgen der brutalen Messerattacke. Ein einziger Stich mit einem langen Küchenmesser öffnete nach Feststellungen des Rechtsmediziners den Brustkorb des 70 Kilogramm schweren jungen Mannes, dann stach er in zwei der vier Herzkammern, schnitt in die Aorta, die Hauptschlagader des 22-Jährigen. In kürzester Zeit habe sich das Blut in den Herzbeutel und den Brustkorb ergossen, schilderte Plüsch.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Täter noch gehofft, ein Arzt könne helfen und das schreckliche Ergebnis seiner Tat wieder heilen. Das jedenfalls war seine Aussage in dem Geständnis vom ersten Verhandlungstag. Tatsächlich hatte der 25-jährige psychisch labile Mann direkt den Notarzt und die Polizei alarmiert, als er wieder zu Sinnen kam. In der Elisabethstraße spielte sich ein Drama unter jungen Männern ab, das nach Berichten der mit dem Fall befassten Sozialarbeiterin nicht vorauszusehen war.

Der im betreuten Wohnen lebende Angeklagte sei ein ruhiger Mensch, beschrieb ihn die Leiterin der Einrichtung, der seit 2009 bei ihnen bekannt sei. Er sei bis zur Selbstverleugnung defensiv mit anderen Menschen umgangen, habe dabei viel eingesteckt: „Er war auch im Sport der Torwart und nicht der Stürmer“, schilderte sie. Und habe andauernd Gleichaltrige „von der Straße“ bei sich aufgenommen, bis sein Vermieter mit Kündigung drohte. So sei das Opfer gleichermaßen vorher obdachlos gewesen. Der 22-Jährige habe jedoch ein völlig „überhöhtes Ego“ besessen, beschrieb die Sozialarbeiterin die Lage in der Wohnung. So hatte es zwischen den beiden regelmäßig Zoff gegeben. Der Prozess geht diesen Freitag weiter.

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