Die Gespenster sichern sich ihre Süßigkeitenvorräte

Von: Lee Beck
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Levi und Emil im Gruselkostüm
Levi und Emil im Gruselkostüm. Auch die beiden Erstklässler waren gestern unterwegs und staubten in der Nachbarschaft jede Menge Süßigkeiten ab. Foto: Lee Beck

Aachen. In den Vorgärten flackern Kerzen in ausgehöhlten Kürbissen, auf den Straßen begegnet man Monstern, Skeletten und gruseligen Gestalten. Und spätestens wenn es an der Tür heißt „Süßes oder Saures!”, dann ist wieder Halloween.

Für Levi und Emil ist es dieses Jahr das erste Mal, dass sie richtig verkleidet von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten sammeln dürfen. „Ich war den ganzen Tag ziemlich aufgeregt”, gesteht der sechsjährige Levi. „Zur Dekoration habe ich auch schon einen Kürbis ausgehöhlt”, sagt er.

Den perfekten Plan, um möglichst viel Süßes zu ergattern, haben die beiden schon: „Wir klingeln zuerst und wenn die Leute dann zu lange brauchen, um zu öffnen, dann machen wir gruselige Geräusche”, erklärt Emil. Aber Unruhe stiften oder gar faule Eier werfen, wie manch andere es in dieser Nacht tun, kommt für sie natürlich nicht infrage. „Bei uns am Haus klebt immer noch Ei vom letzten Jahr, das bekommt man gar nicht mehr weg”, ärgert sich Emil.

Ganz alleine durften die beiden Erstklässler natürlich nicht losziehen. Levis Bruder David und sein Freund Andreas liefen ohne Kostüm mit. „Wir waren letztes Jahr das letzte Mal Süßigkeiten sammeln, wir feiern kein Halloween mehr”, sagt David. Für die beiden Gymnasiasten steht später am Abend noch eine Party auf dem Programm.

Schon an der ersten Tür sind Levi und Emil sehr erfolgreich, denn dort hat Roswitha Gürdag nicht nur einen großen Korb Süßigkeiten an die Tür gestellt, sondern sich auch viel Mühe bei der Dekoration gegeben: Gespenster, Kürbisse, Lichter und Spinnen zieren ihren Hauseingang. „Das mache ich jedes Jahr”, sagt sie. „Es macht mir Spaß, alles für die Kinder vorzubereiten und zu dekorieren.”

Andere sehen den fremden Brauch der Geistervertreibung eher kritisch: „Ich weiß, die Kinder finden es immer toll, aber eigentlich finde ich es nicht so schön, da es ja ein amerikanischer Brauch ist und die Kinder oftmals gar nicht wissen, woher es kommt”, meint Birgitt Wetzler. Aber natürlich konnten Levi und Emil auch bei ihr jede Menge Süßes abstauben.

Gut anderthalb Stunden später und rund fünfzehn Häusertüren kann sich der Ertrag der beiden Skelette sehen lassen: Beutel voller Süßigkeiten und sogar zehn Euro haben Levi und Emil gesammelt. „Das wird aber nicht alles sofort gegessen, sondern kommt auch noch in die Süßigkeitendose”, versichert Levi.
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