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Die Forderung: Stolperquader entfernen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Die Selbsthilfegruppe für sehbehinderte Menschen „Pro Retina” prostestierte am Samstag gegen die Stolperquader auf der Ursulinerstraße, unterstützt durch Ratsherrn Horst Schnitzler (3.v.r.). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Leicht versetzt stehen die Steinquader auf dem Bürgersteig der Ursulinerstraße. Nicht mal kniehoch sind sie. Für Astrid Urgartz gefährden diese Steine jedoch die Sicherheit der Passanten.

Am Samstag verhüllte die Selbsthilfegruppe für sehbehinderte Menschen „Pro Retina” die kleinen Quader mit gelben Abfallsäcken. „Die Steine sollen recycelt werden. Wir wollen nicht, dass sie hier bleiben”, sagt Urgartz, die „Pro Retina” als Architektin berät.

Am letzten Samstag vor Weihnachten war die Innenstadt besonders voll. „Wir markieren die Steine rechtzeitig, bevor noch mehr Menschen stürzen”, sagt Urgartz. An dieser Stelle seien Passanten durch die Quader besonders gefährdet. „Auf der einen Seite haben wir den Münsterplatz.

Unten mündet die Straße wieder in einen Platz. Die Ursulinerstraße ist wie ein Trichter. Die Leute strömen von beiden Seiten herein”, erklärt die Architektin. So seien Sehbehinderte zwar besonders gefährdet, im dichten Gedränge seien allerdings auch Gesunde nicht davor gefeit, über einen der Steine zu stolpern.

Brigitte Ritterbecks sieht die Aktion von „Pro Retina” zufällig, spontan sie unterstützt das Anliegen, die Steine zu beseitigen. „Vor Kurzem war bei uns jemand zu Besuch. Wir sind mit ihm hier entlang gegangen. Dabei hat er sich an einem der Steine gestoßen. Die Wunde hat sich später entzündet”, erklärt Ritterbecks. Der Besucher von Familie Ritterbecks war eigentlich gesund und fit. Noch schwieriger wird es für Sehbehinderte. Marion Rister kommt mit einem weißen Stock zum Einkauf durch die Ursulinertraße. „Das sind schon Hindernisse für mich. Es hat mich jemand darauf hingewiesen, dass die Steine da stehen, deshalb halte ich mich extra an die Häuserwand. Ich denke auch, dass sie wieder weggemacht werden sollten”, sagt sie.

Neben Brigitte Ritterbecks und Marion Rister unterstützten auch viele andere Passanten die Aktion. Die Mitglieder von „Pro Retina” verteilten Postkarten, die an OB Marcel Philipp gerichtet sind mit dme Ziel, die Steine zu entfernen. Bei vielen Passanten erntete „Pro Retina” Zuspruch für die Aktion. Einige bekundeten zwar auch ihr Unverständnis für das Anliegen Selbsthilfegruppe, doch augenscheinlich war die Zahl der „Pro Retina”-Unterstützer größer als die der Gegner.

Unterstützung gab es auch von Ratsherr Horst Schnitzler. „Wenn heute jemand stürzt, müsste Baudezernentin Gisela Nacken persönlich in die Haftung genommen werden.” Seiner Meinung nach bleiben offensichtliche Fehler der Stadtverwaltung zu oft ungesühnt. Auch Harald von Reis, Vorsitzender der Bürgerinitiative Bahnhofsplatz, unterstützte die Aktion. Auch er hält die Steine für zu gefährlich. Auch für gesunde Bürger.

„Hart getroffen”

Besonders ärgert Urgartz, dass man schon früh im Planungsprozess Bedenken geäußert habe. Darauf habe die Verwaltung allerdings nicht reagiert, da es Leute gebe, die Spaß an den Steinen haben, berichtet Architektin Urgartz. „Das hat mich hart getroffen, dass man Sicherheit gegen Spaß abwiegt.”

Kommission war über Sitzwürfel nicht informiert

Vertreter der Kommission „Barrierefreies Bauen” widersprechen der Darstellung, dass sie die Granitwürfel in der Ursulinerstraße akzeptiert hätten. In getrennten Schreiben haben Caline Strack und Willy Foellmer die Planungsdezernentin Gisela Nacken daher zu einer Richtigstellung aufgefordert.

Nackens Aussage sei „schlicht und ergreifend falsch”, behauptet Strack, Sprecherin der Kommission. Demnach sei die Kommission in der Planungsphase über die Quader nicht informiert worden.

Erst nach Fertigstellung der Ursulinerstraße habe die Kommission festgestellt, dass die Sitzwürfel „eine Gefahr” darstellten. Zugleich sei einstimmig beschlossen worden, zwei besonders störende Würfel zu versetzen und alle anderen „kontrastreich zu kennzeichnen”.
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