Aachen - „Die Firma dankt”: Premiere im Das Da-Theater

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„Die Firma dankt”: Premiere im Das Da-Theater

Von: Grit Schorn
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Befangen und verwirrt: Der Ang
Befangen und verwirrt: Der Angestellte Krusenstern kann den Aufenthalt im Gästehaus seiner Firma nicht Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein schöner weiter Raum, umrandet von Kirschbaumwänden. Der rötliche Ton des Edelholzes gibt keine Wärme. Der sitzende Mann im korrekten Anzug scheint zu schlafen. „Bewacht” wird er von einer übergroßen Hasenskulptur mit roten Augen. Vielleicht träumen ja beide, Tier und Mensch? So startet die Kostprobe im Das Da Theater, das jetzt mit dem neuesten Stück von Lutz Hübner aufwartet.

„Die Firma dankt” heißt das Schauspiel, das im Januar dieses Jahres im Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt wurde. Lutz Hübner (47), einer der meistgespielten Dramatiker im deutschen Raum, ist in der Liebigstraße längst kein Unbekannter mehr. Stücke wie „Das Herz eines Boxers”, „Ehrensache” oder zuletzt „Creeps” begeisterten die Das Da-Besucher.

Appetit auf die Premiere am Donnerstag, 29. September, macht auch die nächste Kostprobenszene: Gänzlich verwandelt ist das Bühnenbild von Frank Rommerskirchen: Die Kirschbaumwand ist einem eleganten, luftigen Ambiente gewichen.


In einem frühlingshellen Birkenhain zeigt sich ein (ausgestopftes) Reh, lebendige Hasen hoppeln herum. Drinnen ist die Einrichtung lässig und elegant. Der Mann im Anzug ist wieder da. Krusenstern heißt der Angestellte, er wird von einer verführerischen Blondine mehr als herzlich begrüßt. Krusenstern ist befangen und verwirrt.

Ein Wochenende im Gästehaus seiner Firma zu verbringen, das ist ihm neu. Geht es um Umstrukturierung, Party machen vielleicht, gar um Aufstieg oder Abstieg? Der verunsicherte Anzugträger will unbedingt wissen, was hier abgeht. John und Sandor begrüßen Krusenstern betont locker, es wird viel „Denglisch” (Mixtur von deutschem und englischem Idiom) gesprochen, und der nervöse Gast wird immer gereizter?

Schöne neue Arbeitswelt, frei nach Aldous Huxleys „Brave new World”? Lutz Hübner greift hier erneut ein aktuelles Thema auf: Eben noch wird man hofiert, im nächsten Moment kann man auf einmal „draußen” sein. Heuern und Feuern nach amerikanischem Muster ist auch in Deutschland längst gängige Praxis.

„Hübner legt den Finger in die Wunde”, betont Das Da-Chef Tom Hirtz. Die Verschmelzung von guter Unterhaltung, Ironie und aktueller Problematik hat den Bühnenautor, der auch als Schauspieler arbeitete, höchst erfolgreich gemacht.

Im 90-minütigen Stück „Die Firma dankt” (keine Pause) gibt es „viele Überraschungen” (Frank Rommerskirchen), und die mitwirkenden Kaninchen haben „gute Arbeitsbedingungen” (Tom Hirtz). Herr Krusenstern wird von Jens Eisenbeiser gespielt, den lässigen John verkörpert Mike Kühne.

Drei von den fünf Neuzugängen haben hier interessante Rollen: Nicole Gütling als Blondine Mayumi, Tobias Steffen als Youngster Sandor und Rebecca Selle als Assistentin. Als Souffleur und Schlagzeuger fungiert Raphael Fachner, Schauspielabsolvent der Theaterschule Aachen.

Die ausverkaufte Premiere von Lutz Hübners „Die Firma dankt” ist am Donnerstag, 29. September, im Aachener Das Da Theater, Liebigstraße 9. Beginn ist um 20 Uhr. Karten-Telefon Telefon 0241/161688. Weitere Vorstellungen bis zum 13. November sind immer donnerstags, freitags, samstags und sonntags um 20 Uhr.
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