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Die Feuerwehr zieht für ein Jahr in die Kaserne

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Ins Erdgeschoss dieses 1939 erbauten, denkmalgeschützten Unterkunftsgebäudes der Lützow-Kaserne werden die Brandschützer Anfang 2015 ziehen. Das Haus wird danach ebenfalls saniert. Foto: Harald Krömer
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Joachim Schäfer zeigte den „Nachrichten“ gravierende Mängel der Hauptwache. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Aachener Feuerwehr muss mit ihren Löschzügen bald bei der Bundeswehr unterschlüpfen. „Die Überlegung, das Gebäude in drei Bereiche abzutrennen und nach und nach zu sanieren, ist für untauglich erklärt worden. Das gäbe so viel Dreck, Lärm und Bewegung im Gebäude, das geht gar nicht“, erklärt Wehrchef Jürgen Wolff. Die Hauptwache an der Stolberger Straße, aus den 1960er Jahren stammend, ist nämlich dringend sanierungsbedürftig.

Das Flachdach ist undicht, viele Fenster ebenfalls, die Absaug­anlage defekt, im Keller tummeln sich abwechselnd Ratten oder Mücken. Eigentlich hatte man bei der Wehr darauf gehofft, dass das Gebäude abgerissen werden könnte und ein Neubau erstellt würde, doch da das Haus nach Ansicht der Experten aus künstlerischen und stadtgeschichtlichen Gesichtspunkten architektonisch bedeutsam sei, wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Von da an wurde geplant, das Gebäude in drei Abschnitte zu unterteilen und Rettungswache, Brandschutz und Logistik nacheinander in Container umziehen zu lassen.

Das geht nun also nicht und wurde bei genauerer Betrachtung verworfen. Deshalb hat man sich nach Alternativstandorten umgeschaut und leerstehende Hallen bei Firmen gesucht. Fündig wurde man schließlich bei der Lützow-Kaserne an der Trierer Straße, die ein wichtiges Kriterium erfüllt: Jede Stelle der Stadt ist von dort aus in zehn Minuten erreichbar. Vor Jahren gab es Überlegungen, die Hauptwache an die Debyestraße auszulagern, auf ein Grundstück neben der Kaserne. Dieses hatte die Prüfung bestanden. Also ist man an die Bundeswehr herangetreten und wurde erhört: Der Brandschutz kann dort für 12 bis 14 Monate unterkommen.

Auf Dauerrot

Dazu mietet man die etwa 500 Quadratmeter große Halle 24 auf dem weitläufigen Areal an, die 16 Einsatzkräfte, die rund um die Uhr in Bereitschaft sind, werden im Erdgeschoss einer etwa 100 Meter entfernten Unterkunft untergebracht. Die dortigen Bewohner müssen zusammenrücken. Wolff: „Die Bundeswehr wird für uns Platz schaffen.“ Anfang nächsten Jahres soll es losgehen, wenn die genauere Planung vorliegt und die Ausschreibung erfolgt ist.

Allerdings wird man sich einschränken und improvisieren müssen. Die Wehrleute müssen dann bei einem Einsatz im Laufschritt einen Parkplatz überqueren, um zum Einsatzmittel zu gelangen. Und auch die Ampelschaltung auf der Trierer Straße wird für die Bedürfnisse der Wehr geändert werden (Dauerrot auf Knopfdruck).

Bei der Bundeswehr hat man jedenfalls Verständnis für die Nöte der Frauen und Männer in blauen Uniformen. „Wir wissen nicht, wann wir mal Hilfe brauchen“, formuliert es Oberstabsfeldwebel Siegfried Eitze. Immerhin 360 Stammsoldaten sind an der Trierer Straße stationiert, dazu gesellen sich noch bis zu 700 Teilnehmer von Lehrgängen in der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik. Die werden, meint der Feldwebel für Standortangelegenheiten, sicherlich nicht begeistert sein über den Lärm, den nachts ausrückende Löschzüge verursachen. „Doch das ist mit dem Personalrat abgestimmt und wird akzeptiert.“

Fraglich sei noch, wo die Wehrleute verköstigt würden, ob etwa ein Küchen-Container aufgestellt wird oder die Bundeswehr-Kantine mitbenutzt wird. Und auch andere Dinge muss Feuerwehrchef Wolff noch klären. Wo etwa die haus­eigenen Werkstätten hinkommen, der Ausbildungsbereich und die Nachrichtentechnik oder die Kleiderkammer.

Daneben stünde bereits 2014 eine Reihe von Herausforderungen an: etwa die Heiligtumsfahrt, der CHIO mit Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2015, mögliches Public Viewing der Fußball-WM auf dem Tivoli. Zu allem Überfluss werde auch noch der digitale Funk eingeführt, so Wolff.

Noch keinen Ausweichstandort hat man für den Rettungsdienst mit zwölf ständig vorhandenen Beamten gefunden, es soll aber in die Innenstadt gehen. Anfang Februar werde man Genaueres wissen.

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