Aachen - Die ersten Dachträger sind am neuen Tivoli montiert

Die ersten Dachträger sind am neuen Tivoli montiert

Von: Noah Schwarz und Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Die ersten Stahlträger für das Stadiondach des neuen Tivoli werden montiert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Aachen ist nicht gerade als Erdbebenzentrum bekannt. Und die Krefelder Straße erst recht nicht. Und dennoch muss die Alemannia bei ihrem Stadionbau auch daran denken.

Vor allem bei der Montage des Daches, die am Donnerstag begonnen hat, sind Erdbeben und die damit verbundenen Schwingungen zu berücksichtigen. Kein Wunder also, dass Stephan van der Kooi sagt: „Die Konstruktion des Daches ist kompliziert.”

Schließlich habe die Alemannia bewusst auf Dachstützen verzichtet, erklärt der Stadionbeauftragte des Aachener Fußball-Zweitligisten. „So gibt es überall freie Sicht, man kann von jedem Platz aus die Außenlinien sehen.”

Deshalb liegt jeder der 40 Meter langen Dachträger auf einem einzigen Auflagerpunkt in 20 Metern Höhe. Zum Spielfeld hin kragt das Dach 32 Meter über, „bis zur ersten Zuschauerreihe”, so van der Kooi.

Nach hinten steht das Dach acht Meter über. Dort werden die Träger von Stahlseilen mit Zugfundamenten verbunden, die zwölf bis 14 Meter tief im Boden verankert sind. So werde das Dach in der Waage gehalten, erklärt der Bauingenieur.

Und damit das auch bei einem Erdbeben der Fall ist, sind die gelb lackierten Stahldruckrohre, die die schwarzen Dachträger verbinden, mit einer Betonnase als Gegengewicht ausgestattet.

„Eine Betonnase hat ein Gewicht von etwa 7,5 Tonnen pro Trägerfeld”, berichtet van der Kooi. Im gesamten Stadion schweben somit rund 380 Tonnen Beton über den Zuschauern in der ersten Reihe. Doch keine Bange, „wir haben extrem genau gerechnet”, sagt van der Kooi, denn diese Konstruktion mache das Dach träger und damit weniger anfällig für Schwingungen.

Trotz der einwöchigen Frostpause sind die Arbeiten fast im Zeitplan. „Mit einigen Erdarbeiten hinken wir eine Woche hinterher, aber das holen wir noch auf.” Ebenso sei die eintägige Verzögerung im Stahlbau „vernachlässigbar”.

Die rund 50 Dachträger, die insgesamt aus 2000 Tonnen Stahl bestehen, werden jedenfalls bis Mitte April montiert sein. Anschließend werden gelbe Trapezbleche an der Unterseite der Konstruktion befestigt, sodass bis Mitte Mai sämtliche Sitzreihen überdacht sein werden. Alle 32900 Zuschauer können dann vor Sonne, Regen und Schnee geschützt ihre Alemannia anfeuern.

Und die könnten auch alle zusammen aufstehen, „weil sie Aachener sind”, versichert Stephan van der Kooi, denn „diese Schwingungen übertragen sich nicht aufs Dach”.
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