Brand - Die Erlöserkirche wird bald zur Grabeskirche

Star Wars Alden Ehrenreich Solo Freisteller Kino

Die Erlöserkirche wird bald zur Grabeskirche

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
8474430.jpg
Die moderne „Maria-mit-Jesuskind“-Statue aus Holz bleibt an ihrem Platz. Hinter und neben ihr entstehen Kapellen als Kolumbarien, in denen die Urnen beigesetzt werden. Foto: Harald Krömer
8474425.jpg
„So stellen wir uns ein Kolumbarium vor, halbrund und von beiden Seiten mit Urnen versehen“, erläutert Ralf Freyaldenhoven. Foto: Harald Krömer

Brand. Die Zahl der Katholiken nimmt seit Jahren stetig ab. Waren es in der Gemeinschaft der Gemeinden von Forst und Brand noch 27.000 Katholiken, sind es derzeit gerade mal 18.500 Mitglieder. Deshalb ist so manches Kirchengebäude überflüssig. Und die zuständige Pfarrgemeinde muss überlegen, mit den überflüssigen und kostenträchtigen Gebäuden anfangen soll.

„Deshalb wird in Brand in der Erlöserkirche eine Grabeskirche entstehen“, sagt Pfarrer Ralf Freyaldenhoven. Damit kann er das Gebäude erhalten. „Eine Alternative wäre gewesen, um die Erlöserkirche, die 1970 eingeweiht wurde, einen Bauzaun zu errichten und sie dem Verfall preiszugeben.“ Zumal die Zuschüsse aus dem Bistumsetat längst mehr so sprudelten, wie dies noch vor Jahren der Fall war.

Nur noch ein Drittel des öffentlich zugänglichen Kirchenraums wie Pfarrzentren, Büchereien, Kapellen und Kirchen werde bezuschusst, für den Rest müsse die Gemeinde selbst aufkommen. Die Kosten fürs Personal und den Erhalt der Gebäude rissen große Löcher in die Portemonnaies der Pfarreien. Und weil St. Donatus, der sogenannte Brander Dom, für eine Schließung nicht in Frage kam, war das Schicksal der Erlöserkirche besiegelt. Es wurde hin und her überlegt, was zu tun sei.

Weil Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts Friedhöfe einrichten dürfen, entschieden sich der Pfarrer und die Pfarrgremien für eine Grabeskirche in der Erlöserkirche. „Das darf längst nicht jede Gemeinde. Die Voraussetzungen müssen stimmen, sonst schiebt die Diözese da einen Riegel vor, es gibt strenges Reglement für Grabeskirchen“, erläutert der Gemeindepriester Freyaldenhoven. Außerdem sei Brand arm an architektonisch wichtigen Gebäuden und so bestünde die Möglichkeit, die Erlöserkirche zu erhalten.

Großer Bedarf

Und in Aachen sei absehbar, dass die Grabeskirche St. Josef am Adalbertsteinweg schon bald keinen Platz mehr anbieten könne und die Ruhezeiten noch nicht angelaufen seien. „Es besteht ein großer Bedarf für christliche Begräbnisse“, stellt der Priester fest. Für viele ältere Menschen sei der Gedanke, in einem Kirchengebäude die letzte Ruhe zu finden und dabei gleichzeitig Hinterbliebene nicht mit der Grabpflege zu belästigen, die Beruhigung überhaupt.

„Jetzt warten wir darauf, dass der Regierungspräsident seine Genehmigung erteilt. Er muss sich vorher mit der Stadt Aachen ins Benehmen setzen“, sagt Freyaldenhoven. Der Umbau der Kirche zu einer Grabeskirche, bei dem ein Teil des Gotteshauses für Exequien oder Trauerfeiern genutzt werden kann, kostet rund zwei Millionen Euro, die durch Kredite abgedeckt sind. „Die werden wir nach und nach mit den Einnahmen der Bestattungsgebühren abstottern“, sagt der Gemeindepfarrer und kommentiert: „Wir sind nicht gewinnorientiert.“ Die Gebühren orientieren sich an öffentlichen Friedhöfen und an der Grabeskirche St. Josef und betragen etwa 2200 Euro in der preiswertesten Variante. Die Ruhefristen werden 20 Jahre lang sein. Dann würden die Urnen entweder auf der Orgelempore untergebracht oder in ein noch zu errichtendes Urnenfeld vor der Kirche beigesetzt.

Das „Columbarium St. Donatus in der Erlöserkirche“, besteht aus mehreren Kapellen. „Die muss man sich wie eine in der Mitte durchgeschnittene Untertasse vorstellen, die dann etwas gegenseitig versetzt werden“. versucht Pfarrer Freyaldenhoven zu beschreiben. Die Architekten Elmar Sommer aus Widdau/Eifel und Axel Birk aus Brand planen den Umbau. Die Deckel, die vor die Urne gesetzt werden, bestehen aus Eisen oder Blaustein, das können die Hinterbliebenen selbst bestimmen. Sie enthalten den vollständigen Namen des Toten, sein Geburtsdatum und den Tag seines Ablebens. Außerdem ist noch Platz für ein Symbol aus seinem Leben, beispielsweise ein Pferd für einen Reiter oder ein Brot für einen Bäcker.

Es gibt auch „Doppelgräber“. „Eheleuten könnte so mit einem sich über beide Deckel erstreckenden Ehering gedacht werden“, überlegt Freyaldenhoven. Es besteht selbstverständlich keine Pflicht, das „Lebenssymbol“ durch Laserstrahlen eingravieren zu lassen. Wann mit dem Umbau begonnen werden kann, hängt jetzt vom Regierungspräsidenten ab. „Das Genehmigungsverfahren läuft“, sagt Freyaldenhoven und vermutet mit dem Baubeginn nächstes Jahr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert