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Die Citykirche bleibt bis Ostern komplett geschlossen

Von: Heiner Hautermans
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Die Schäden an dem wertvollen dreigeschossigen Hochaltar sind noch nicht abzusehen. Foto: dpa

Aachen. Die in der Neujahrsnacht teilweise ausgebrannte und schwer beschädigte Citykirche St. Nikolaus wird bis Ostern komplett geschlossen bleiben. Dies teilte City-Seelsorger Dieter Spoo am Donnerstag auf Anfrage mit.

Immer noch nicht abzusehen ist die Millionenhöhe des Gebäudeschadens, von dem Verlust des wertvollen dreigeschossigen Hochaltars mit drei Bildern des Rubensschülers Abraham van Diepenbeeck (1596-1675) und den verbrannten Heiligenfiguren ganz zu schweigen.

Zwar ist die Kirche nicht einsturzgefährdet, es ist aber immer noch nicht sicher, ob der Bimsstein nicht durch chemische Verbindungen mit dem Löschwasser weich geworden ist. An der Grabeskirche St. Josef waren ähnliche Schäden am Mauerwerk durch Baufehler in der Nachkriegszeit aufgetreten, die durch ein spezielles Verfahren beseitigt werden mussten. Doch um diese Untersuchungen anstellen zu können, muss zunächst ein Gerüst aufgestellt werden. Das wird nach den Worten von City-Seelsorger Spoo etwa drei Wochen dauern.

Der Altarraum wird nicht nur von außen komplett eingerüstet, sondern auch mit Planen eingedeckt, um die Kirche vor widrigen Witterungsverhältnissen zu schützen. Dann können nach Darstellung von Bistumsarchitektin Noemi Welter auch erste Sicherungsarbeiten vorgenommen werden. Auch werde ein Chemiker die Brandrückstände auf Schadstoffe untersuchen. Klar ist inzwischen auch, dass nicht nur sechs Fenster zerstört wurden, sondern auch das Maßwerk und die Wandpfeiler erneuert werden müssen.

Im Internet ist auf dem Portal „You Tube” ein offenbar per Handy aufgenommenes Video aufgetaucht, das zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Brandentstehung gemacht worden ist. Der Hochaltar steht dort schon in hellen Flammen, die Feuerwehr rückt mit immer mehr Einheiten an.

Bei der Polizei hatte sich ein Zeuge gemeldet, der beobachtet hatte, wie Jugendliche Silvesterraketen abfeuerten, von denen eine ein Fenster durchschlagen hatte und im Inneren explodiert war. Man habe keine neueren Erkenntnisse, sagte Polizei-Sprecher Karl J. Völker.

Ironie des Schicksals

Noch immer offen ist das künftige Schicksal des Hochaltars. Er wird zunächst dokumentiert und gesichert, anschließend dann abgebaut und ins Landesamt für Denkmalpflege nach Brauweiler gebracht. Dort muss dann entschieden werden, ob er restauriert, ergänzt oder rekonstruiert wird - was auch eine Frage der Kosten sein dürfte.

Pastoralreferent Spoo: „So einen frühen Barockaltar gab es im ganzen Maasland nicht mehr.” Materiell sei dieser Verlust gar nicht zu beziffern, ebenso wenig der ungefähre Wert der drei Diepenbeeck-Bilder: „Das sind lediglich hypothetische Zahlen.”

Spoo bestätigte, dass es sich um Bilder gehandelt habe, die nachweislich von Abraham van Diepenbeeck stammten. „Nachrichten”-Leser Dr. Hans Jürgen Franzky, der sich viel mit Barockmalerei beschäftigt hat: „Als direkte Vergleichsmöglichkeit sind die Bilder des Hochaltars für immer verloren. Der Schaden ist damit unermesslich.” Direktor Peter van den Brink vom Suermondt-Ludwig-Museum bestätigte, dass Abraham van Diepenbeeck als Rubensschüler ein wichtiger Maler sei: „Das ist ein Riesenverlust.”

Ironie des Schicksals: Sein Haus hat vor einem Jahr von einem Aachener Privatsammler ein kleines Gemälde eben dieses Malers als Dauerleihgabe erworben und auf eigene Kosten restauriert.
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