Aachen - Die Bühne für das geeinte Europa

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Die Bühne für das geeinte Europa

Von: Christiane Krahl
Letzte Aktualisierung:
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Die Macher des Friedenstheaterfestivals (v.l.): Giana Haass, Madita Thoma, Jonathan Wendt, Heinz Jussen, Karl Heinz Otten, Oliver Müller, Veronika Thomas-Ohst, Karin Ziaja und Eckhard Debour. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Für junge Schauspieler aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Luxemburg, Belgien und Deutschland wird Aachen Mitte September zu einer wichtigen Bühne. Im Ludwig-Forum findet das 2. Europäische Friedenstheaterfestival „bina mira”, zu Deutsch „Bühne des Friedens”, statt.

Auf der Bühne des „Space” wollen neun Profi- und Laien-Theatergruppen ihr Können zeigen und für ein grenzüberschreitendes und friedliches Miteinander in Europa auftreten.

Besonders wichtig ist ihnen, auf das ehemalige Jugoslawien aufmerksam zu machen, das immer noch unter den Folgen des Krieges zu leiden hat. Projektleiter Heinz Jussen hat bei seinen Reisen für das „Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit” in das ehemalige Kriegsgebiet selbst erlebt, wie die Menschen unter immer wieder entstehenden Unruhen leiden.

Die Jugend zusammen bringen

Daraufhin gründete Jussen 2008 gemeinsam mit Eckhard Debour, Lehrer und Regisseur im „Rohestheater” in der Aachener Mies-van-der-Rohe-Schule, das Projekt „bina mira”. „Wir müssen die Jugend in Europa zusammen bringen, und die beste Art dafür ist das Theater”, erklärt Jussen.

Los geht das diesjährige Friedenstheaterfestival (das erste fand im vergangenen Jahr im bosnischen Tuzla statt) am Freitag, 17. September, um 16 Uhr im Hof des Ludwig-Forums mit einer Aktion von bosnischen, serbischen und kroatischen Folkloregruppen. Zwei Stunden später wird OB und Schirmherr Marcel Philipp alle Gäste begrüßen und gemeinsam mit ihnen Auszüge aus dem Stück „Les Misérables”, gespielt vom Jugendchor des Würselener Gymnasiums, genießen. Am Wochenende stellen vier weitere Jugendgruppen sich vor.

Das „Mladi Tuzle”, ein Jugendtheater aus Bosnien-Herzegowina, setzt sich in seinem Stück „Wenn wir tot sterben” mit Aggression unter Jugendlichen und Schülern auseinander. Viele der Schauspieler haben eigenen Erfahrungen in das selbst geschriebene Stück eingebracht. Die belgische Theatergruppe der Pater-Damian-Schule in Eupen zeigt Kriegsopfer, die auf verschiedene Weise mit Hass und Aggression konfrontiert werden.

Alle Stücke werden in der jeweiligen Landessprache aufgeführt und sollen trotzdem für Zuschauer aller Nationalitäten verständlich sein. „Auflage war es, dass alle Stücke durch Mimik und Gestik leicht nachzuvollziehen sind”, erläutert Veronika Thomas-Ohst, stellvertretende Vorsitzende des „Aachener Friedenspreises”. Dieser und die internationale katholische Friedensbewegung „pax christi” im Bistum Aachen sind Kooperationspartner des Projektes und unterstützen es finanziell. Auch viele Sponsoren wie die Stadt Aachen oder regionale Theatergruppen haben sich mit Spenden beteiligt.

Näher zusammenrücken wollen die jungen Schauspieler im Alter von 15 bis 30 Jahren nach dem Bühnenprogramm des Wochenendes bei zwei Workshops zum Thema Theater. Zum Abschluss des sechstätigen Festivals am Mittwoch, 22. September, besuchen die Theatergruppen Maastricht und am Grenzübergang „Köpfchen”, in Ostbelgien, werden sie eine Performance zeigen.

Die Theater-Karten kosten jeweils zwischen drei und fünf Euro und sind an der Abendkasse des „Space” zu haben.
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