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Die Brüder Stürtz führen nun die Regie im Eden

Von: Günter H. Jekubzik
Letzte Aktualisierung:
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Halten fest an günstigen Eintrittspreisen und türkischen Filmen im Eden: Unter der Regie von Willi (links) und Leo Stürtz öffnet das Traditionshaus nach drei Wochen Pause bei der Alsdorfer Kinofamilie. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nur drei Wochen war das Eden geschlossen. Am Freitag läuft mit „Operation Walküre” dort ein historischer Film an, der tatsächlich besser in das älteste und traditionsreichste Kino der Stadt passt als in ein modernes Multiplex.

Viel hat sich nicht geändert im Eden an der Franzstraße. Das Personal durfte bleiben und hat nun schon vier Betreiber überlebt.

Hinter den Kulissen

Nur hinter den Kulissen tat sich einiges: Der Haustechniker Manfred Vohsel bewältigt die atemberaubendsten technischen Schwierigen. Und Leo Stürtz, der Geschäftsführer, machte sich Gedanken, wie er nun zwei Häuser mit 14 Sälen bespielen wird. Dem Publikum wird die Entscheidung leicht gemacht: An allen Kassen gibt es Karten für beide Kinos.

Leo Stürtz und sein Bruder Willi stammen aus einer alten Alsdorfer Kinofamilie. Schon als Kinder halfen sie im Familienbetrieb mit. Nachdem das Traditionshaus in Alsdorf um den Cinetower erweitert wurde, lernte Leo als Geschäftsführer des Cinekarree ab 2004 auch das Aachener Publikum besser kennen.

Ihm wurde klar, das es hier eine höhere Programmvielfalt gibt als in Alsdorf, im kulturellen Bereich einen größerer Bedarf: „Das Mädchen mit dem Perlenohrring” oder „Die Buddenbrocks” laufen hier besser. Filme wie „Sieben Leben” oder „Australia” laufen in Aachen außergewöhnlich stark, „da sind wir über dem Bundesschnitt”. Im Cineplex - wie das Cinekarree neuerdings heißt - sind 65 bis 70 Prozent der Filme aus dem Mainstream-Bereich, „aber da gibt es eine Überschneidung und einen Wandel, auch der anspruchsvollere Kinogänger besucht jetzt solche Multiplex-Häuser”.

Leo Stürtz: „Ich spreche jetzt wesentlich mehr unterschiedliche Sparten an. Auch dafür braucht man mehr Säle.” Deshalb wird es auch genug Filme für die Aachener Kinos geben. Zudem prognostiziert er noch für dieses Jahr einen Einsatz eines digitalen 3D-Projektor, denn dadurch würde der Zuschauer, im Vergleich zu digitalem 2D, einen echten Mehrwert erleben. Aber zuerst werden einige Reihen vom Cineplex wechseln. „Die Sneak passt besser ins Eden”, sie wird es auch im Originalton geben. Dazu kommt die Ladies Night und eine neue Reihe mit Reisefilmen und kulinarischem Angebot.

Bleiben werden im Eden die etwas günstigeren Eintrittspreise und die populären türkischen Filme, die es schon früh in Alsdorf gab, wie Willi erzählt: „Als ich zwölf und Leo zehn war, zeigten wir schon Dokumentar-Filme und Familientragödien für die türkische Bevölkerung, das war vor 40 Jahren!”

Also mehr Filme für ein breiteres Publikum, weil weniger junge Menschen da sind. Das tut dem Niveau des Programms gut. Die Familie Stürtz braucht sich allerdings keine Nachwuchssorgen zu machen: Moritz (18) und Sebastian (21), die Söhne von Leo, werden weiter Kino machen.

Familie Stürtz bespielt 21 Säle im Raum Aachen

Die Familie Stürtz bespielt 21 Säle im Raum Aachen. Seinen Ursprung hat das Kino-Unternehmen im Traditions-Haus in Alsdorf mit Gloria, Atrium, Thalia und Forum. In Alsdorf steht auch der moderne Cinetower mit drei Sälen und Erlebnisgastronomie.

In Aachen flüchtete die Ufa aus dem Cineplex im Cinekarree. Unter Stürtz-Regie floriert das Multiplex-Kino mit 9 Sälen.

Ein architektonisch wertvolles Traditionshaus ist auch der Eden-Palast in Aachen, der von der Ufa zerstückelt wurde - jetzt sind ein großer Saal mit fast 500 Plätzen und vier kleine untergebracht.
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