Die Brander versuchen, ihre Interessen zu bündeln

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:

Brand. In Brand steht weiterhin die Gründung einer „Immobilien- und Standortgemeinschaft“ (ISG) zur Debatte. Gut 50 Interessenten – darunter viele Einzelhändler und Immobilienbesitzer – ließen sich jetzt näher über das Vorhaben informieren.

Mit dabei waren neben Bezirksamtsleiterin Marianne Krott auch Gaby Hens, städtische Projektleiterin für die Rahmenplanung Brand, Herbert Kuck, in der städtischen Wirtschaftsförderung für den Einzelhandel zuständig, und Till Schüler, Experte für kommunales Marketing von der Agentur Acclivis. In seinem Grußwort erinnerte Bezirksbürgermeister Herbert Henn daran, dass gerade für den Stadtteil Brand, der derzeit auf seinen 17.000. Einwohner wartet, die Tatsache gelte, dass man „im Miteinander stärker“ sei.

In einem Einführungsvortrag erläuterten Schüler und Kuck Sinn und Zweck einer ISG. Nach einer Idee aus Nordamerika wurden in NRW vor einigen Jahren in mehr als 34 Städten „Immobilien- und Standortgemeinschaften“ ins Leben gerufen, die die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Immobilieneigentümern, Einzelhändlern, Gewerbetreibenden und der Verwaltung fördern sollen. Ziel einer ISG ist es, für ein klar definiertes Quartier wirksame Strategien gegen den drohenden Abwärtstrend von Immobilien und Einzelhandel, der beispielsweise zu leerstehenden Ladenlokalen führt, zu entwickeln.

Insbesondere wurden die Chancen und Risiken des Stadtbezirks Brand beleuchtet. Da ging es etwa um „Risikopotenziale“, aber auch um „Chancen und Entwicklungspotenziale rund um die Trierer Straße“ und die Perspektiven für den Stadtbezirk. Die Gründung einer ISG kann auf der Basis einer städtischen Satzung oder auf freiwilliger Grundlage erfolgen. Bei dem ersten Verfahren werden alle Gewerbetreibenden innerhalb eines genau umrissenen Quartiers Mitglieder der ISG. Allerdings hat die Landesregierung in NRW die Hürden dafür so hoch gelegt, dass es praktisch nicht zur Anwendung kommt. Denn bei diesem Vorgehen gilt ein Quorum von 25 Prozent, will heißen: Wenn 25 Prozent der Besitzer von gewerblichen Immobilien gegen die Einführung einer ISG auf Satzungsbasis votieren, kommt diese nicht zustande. Daher ist die Gründung auf freiwilliger Basis der Normalfall.

In der nachfolgenden Diskussions- und Fragerunde zeigte sich, dass die Haltung der Besucher weitgehend von Skepsis geprägt war. Dies äußerte sich unter anderem in den Bedenken zur weiteren Entwicklung des Brander Einzelhandels, wenn aufgrund von Baumaßnahmen viele Parkplätze etwa auf dem Markt oder in der Josefsallee wegfallen. Aber auch die Auswirkungen, die das neue Nahversorgungszentrum zwischen Ringstraße und Heussstraße auf die Geschäfte an der oberen Trierer Straße haben wird, werden kritisch gesehen.

Positiv wurde jedoch vermerkt, dass sich der weit überwiegende Teil der Besucher bereit erklärte, weiterhin an der Entwicklung von Konzepten für den Einzelhandel in Brand mitzuwirken – sei es mit, sei es ohne ISG.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert