Die Brander Politiker schmettern den Protest der Bürger ab

Von: Peter Langohr
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Bürgerfragestunde in der Bezirksvertretung Brand: Die Gegner der Verlagerung des Sportplatzes Karl-Kuck-Straße bekamen von den Politikern unmissverständliche Antworten. Foto: Ralf Roeger

Brand. Von den 25 Besuchern der Sitzung der Brander Bezirksvertretung waren etwa drei Viertel in den großen Saal des Bezirksamts am Paul-Küpper-Platz gekommen, um in der Fragestunde für Einwohner Flagge gegen die geplante Verlagerung des Sportplatzes der Brander Borussia an den Brander Wall zu zeigen.

Dass der Ball zwar nicht in der Sache, aber wenigstens im Ton flach gehalten wurde, war ein Verdienst von Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns (CDU). Er erläuterte noch einmal konziliant, aber unmissverständlich die in der Gemeindeordnung festgelegten Regularien der Fragestunde und wies insbesondere darauf hin, dass die Einwohnerfragestunde so heiße, weil es darum gehe, Fragen zu stellen und nicht Debatten zu führen. Die in den Fragen der Gegner der Verlagerung des Sportplatzes geäußerten Bedenken und Vorwürfe hatten zum Gegenstand, dass das Naherholungsgebiet am Brander Wall reduziert werde, dass die Anlieger des Stadions in der Karl-Kuck-Straße keine Bebauung auf dem Gelände wünschten, dass die Verwaltung mit einem illegitimen Vorstand der Borussia verhandele – weil dieser seit 2009 keine ordentliche Mitgliederversammlung durchgeführt habe und somit keine Kassenprüfung erfolgt und der Vorstand nicht entlastet sei – und dass die Stadt aus der Verlagerung des Sportplatzes und der anschließenden Vermarktung des Geländes einen Gewinn erzielen wolle.

Pachtvertrag läuft aus

Quer durch die Parteien zeigten sich die Bezirksvertreter „angefressen“ und als erster war Ratsherr Peter Blum (FDP) an der Reihe, „sich unbeliebt zu machen“. Er erinnerte daran, dass das jetzige Sportplatzgelände in der Karl-Kuck-Straße Eigentum der Stadt sei und der Pachtvertrag mit der Borussia 2020 auslaufe. Da könne „sich die Stadt einen schlanken Fuß machen“ und die Borussia im Regen stehen lassen, zumal die Ertüchtigung des Platzes nach den erforderlichen zeitgemäßen Standards weder von der Borussia noch von der Stadt zu finanzieren gewesen wäre. Dennoch habe die Stadt alles unternommen, um der Borussia am Brander Wall eine Lösung anzubieten, „nach der sich andere Vereine die Finger“ lecken würden.

Dies sei aber nur möglich, weil die Erlöse der Vermarktung des Geländes an der Karl-Kuck-Straße für die Schaffung der Anlagen am Brander Wall Verwendung fänden. Völliges Unverständnis zeigte Peter Blum für die Tatsache, dass es jetzt „Widerstand auf den letzten Drücker“ gebe, und fragte, wo diese Leute gewesen seien, als die aktuellen Planungen vor einigen Jahren auf den Weg gebracht wurden. Da hätten alle die Möglichkeit gehabt, ihre Bedenken zu äußern und sich einzubringen, denn nichts sei hinter verschlossenen Türen oder gar im Geheimen verhandelt worden. Diese Position wurde von allen Fraktionen bekräftigt, und während Lorenz Hellmann (SPD) betonte, „Borussia Brand werde nicht als Verlierer vom Platz gehen“, fügte Iris Lürken (CDU) hinzu, „die Bezirksvertreter haben nicht damit gerechnet, dass man ihnen unterstellt, sie wollten der Borussia schaden.“

Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns blieb es vorbehalten, darauf hinzuweisen, dass die Bezirkspolitik wie auch die Verwaltung keinen Einfluss auf Vereinsinterna hätten und mit dem Vorstand in Kontakt seien, der im Vereinsregister ausgewiesen werde. Gebe es Unstimmigkeiten oder den Verdacht, es laufe etwas nicht korrekt, dann sei es Sache der Vereinsmitglieder, im Rahmen der satzungsgemäßen Bestimmungen für Abhilfe zu sorgen.

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