Aachen - Die Brander haben viele Bedenken

Die Brander haben viele Bedenken

Von: Peter Langohr
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Blick von der Rombachstraße a
Blick von der Rombachstraße auf das Gebiet des Bebauungsplans. Der vorhandene Discounter - im Bildhintergrund ist die Rückseite zu sehen - soll abgerissen und neu gebaut werden. Ganz rechts sind die Wohnhäuser am Vennbahnweg zu sehen, die abgerissen werden sollen. Foto: Peter Langohr

Aachen. Der Bebauungsplan 943 „Rombachstraße/ Vennbahnweg” ist eine Angelegenheit, die von den Brandern mit Aufmerksamkeit beobachtet wird. Schließlich ging es um ein neues Einkaufszentrum, das im Bereich zwischen Trierer Straße, Rombachstraße, Heussstraße und Vennbahnweg geplant ist.

Das zeigte sich bei der Informationsveranstaltung. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger, darunter Bezirksbürgermeister Herbert Henn und viele Mitglieder der Bezirksvertretung, ließen sich im Sitzungssaal unterrichten.

Von Seiten der Stadt erläuterten Jan Willen die Grundzüge des Bebauungsplans, Silke Hermanns die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans, und Elke Buchkremer informierte zu Umweltaspekten. Hans Otto von der Heide von der Edeka-Gruppe sprach für den Einzelhandel, und Angelika Hildersperger sorgte als Moderatorin dafür, dass die Veranstaltung in geordneten Bahnen verlief. Mit dem Bebauungsplan 943 soll das Gelände zwischen Trierer Straße, Heussstraße, Rombachstraße und Vennbahntrasse in Übereinstimmung mit der Rahmenplanung und vor allem mit dem Zentren- und Nahversorgungskonzept für Brand entwickelt werden, was vor allem eine Neuordnung des Einzelhandels bedeutet.

Bereits seit 2004 befasst sich die Bezirkspolitik in Brand mit dem Projekt, 2007 wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen, dessen Entwurf jetzt vorgestellt wurde. Danach wird - grob betrachtet - der jetzige Aldi-Markt abgerissen und um rund 100 Meter versetzt mit größerer Verkaufsfläche neu aufgebaut.

Das frei gewordene Gelände soll dann in die Anlage einer kleinen „Mall” einbezogen werden, die rund 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche für den bislang in der Heussstraße ansässigen Edeka-Markt, rund 680 Quadratmeter für einen Drogeriemarkt sowie kleinere Flächen für einen Zeitschriften-Laden, ein Blumengeschäft und eine Bäckerei beinhalten soll. Auf einer gemeinsamen Fläche sollen im Endausbau etwa 300 Parkplätze zur Verfügung stehen. Darüber hinaus soll es zur Rombachstraße und zur Heussstraße hin Wohnbebauung geben, entlang der beiden Straßen in Geschossbauweise, im Hintergelände sollen Einfamilienhäuser entstehen.

Schwierig ist die Situation an der Trierer Straße, wo der dortige Futtermittelhandel kein Interesse an einer Veränderung hat und aus Gründen des Bestandsschutzes in seiner jetzigen Form erhalten bleiben wird. Gleichwohl soll auch dieser Bereich überplant werden, damit die Stadt bei einer eventuellen Veränderung der Verhältnisse schnell reagieren kann.

Probleme gibt es auch mit vier Wohnhäusern unmittelbar an der Vennbahntrasse. Diese möchte die Stadt gerne erwerben, um sie abzureißen. Die Verhandlungen sind in einem Fall erfolgreich verlaufen, in zwei weiteren Fällen noch im Gange, und ein Hausbesitzer hat die Verhandlungen abgebrochen. Auch hier dürfte der Bestandsschutz greifen.

Während sich Verwaltung und Politik von der Idee der wohnortnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sehr angetan zeigten, gab es auf Seiten der Bürger viele Bedenken. Diese reichten von starker Zunahme des Verkehrs, Verbrauch von wertvollen Grünflächen, Schleichverkehr von der Rombachstraße zur Trierer Straße durchs Neubaugebiet, Konkurrenz für die Geschäfte auf der Trierer Straße bis hin zu Vernichtung von Wohnraum und Lärmbelästigung durch Lkw und Lieferverkehr.

Im weiteren Verfahren beginnt nun die Entwurfsphase, in der eine auch juristisch belastbare Version des Bebauungsplans erstellt wird. Die wird dann - wahrscheinlich in zwei bis drei Jahren - in die Offenlage gehen, bei der die Bürger die Pläne einsehen und Widerspruch formulieren können. Erst wenn diese behandelt worden sind, wird der Bebauungsplan als Satzung vom Rat der Stadt verabschiedet.
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