Aachen - Die Botschaft wird mit dem Besen vermittelt: „Wir sind Aachen“

Die Botschaft wird mit dem Besen vermittelt: „Wir sind Aachen“

Von: cg
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Rund 30 Mitglieder der Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya helfen am frühen Neujahrsmorgen beim Aufräumen nach dem Silvesterfeuerwerk auf dem Markt und in der Krämerstraße. Foto: Christopher Gerards

Aachen. Neujahrsmorgen, 8.15 Uhr, über dem Aachener Markt hängt noch ein bisschen Dunkelheit. Vor wenigen Stunden zischten hier Raketen und knallten Böller, jetzt kratzen Besen und rauschen Kehrwagen über das Pflaster. Die Aachener Stadtreinigung räumt die Reste der Silvesternacht weg – und wird dabei unterstützt.

Denn zum siebten Mal tritt die Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya, eine Jugendorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat, in der Aachener Innenstadt zum Neujahrsputz an.

Am Rand des Platzes steht Salman Ahmad, er ist bei der Gemeinde zuständig für den interreligiösen Dialog. Es gehe bei der Aktion, die in mehreren Städten in Deutschland stattfindet, zum einen um Gemeinschaft, zum anderen um eine Botschaft: „Wir sind Aachen.“

Es sei nicht die einzige Putzaktion der Gemeinde, auch beim Aachener Frühjahrsputz habe man am Kennedy-Park aufgeräumt. Das Aufräumen am Mittwoch sei vor allem symbolischer Natur: „Wir möchten ein Zeichen setzen, dass wir integriert sind und uns wohlfühlen in Aachen.“ Deshalb ist der Aufräumtrupp bereits seit 7.15 Uhr in der Innenstadt – noch vor den Profis des Stadtbetriebs. „Wir kommen eher früher“, sagt Salman Ahmad, denn sonst wäre angesichts der Maschinen der Stadt nicht mehr viel zu tun gewesen.

Gleichwohl sieht Ahmad einen Vorteil in der Handarbeit: „Die groben Sachen werfen wir mit der Hand in den Müllbeutel“, die Maschinen kümmerten sich um die kleineren Dinge. Anschließend stellen die Freiwilligen ihre Müllbeutel zusammen, so dass sie eingesammelt werden können. Rund 30 Mitglieder der Gemeinde fegen so am Mittwoch die Krämerstraße und den Markt. Die beiden Schaufeln, die sieben Rechen, die zehn Besen und die Müllsäcke hat die Stadt ihnen geliehen.

Brötchen, Tee und Saft

Ist die Verstärkung denn eine echte Hilfe? „Eeeetwas“, sagt der Mann vom Stadtbetrieb, ein wenig zurückhaltend. Aber: „Es ist eine schöne Sache – nett, wenn die helfen.“ Der Mann muss weiter, ein Kollege macht Druck. Die Freiwilligen haben ihre Arbeit dagegen bereits erledigt: In der Krämerstraße gibt‘s für sie mitgebrachte Brötchen, Tee und Saft.

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