Aachen - Die bolivianischen Kinder liegen ihr am Herzen

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Die bolivianischen Kinder liegen ihr am Herzen

Von: Anja Klingbeil
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Mit 91 Jahren immer noch engagiert für andere: Gertrud Dockhorn ist fasziniert von Land und Menschen. Zum letzten Mal war sie 1996 in Bolivien.

Aachen. In der Mitte Südamerikas liegt Bolivien. In der Ebene entspringen im Regenwald die Quellflüsse des Amazonas. Die meisten Bolivianer jedoch leben auf der Hochfläche, dem so genannten Altiplano. Hier ist das Land unwirtlich. Die Erträge der kargen Böden können nur noch selten die Familien ernähren.

So ziehen die Bauern, die Campesinos, in die Stadt. Doch ohne Schul- und Berufsausbildung wird ihre Lage in der Stadt noch schwieriger. Seit nunmehr fast 30 Jahren engagiert sich Gertrud Dockhorn, ehemalige Leiterin Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling in Aachen-Burtscheidfür das südamerikanische Land.

Hält Vorträge, sucht Sponsoren und sammelt Spendengelder, die zu 100 Prozent den Kindern von Pampahasi, einem Vorort von La Paz, zugute kommen. Das tut sie auch heute noch im Alter von 91 Jahren: „Die Menschen dort faszinieren mich am meisten. Sie sind so aufgeschlossen und voller Herzlichkeit.”

Vor drei Jahrzehnten gingen die Aachener Theologin Irene Sievers-Dockhorn mit Mann und Kindern nach La Paz. Die Tochter von Gertrud Dockhorn lernte das Leben der Indios kennen. Sie sahen deren Schwierigkeiten, ihre Armut und ihre Not. Und so beschlossen sie, in den Entwicklungsdienst zu gehen. Dringend benötigt wurde damals eine Schule.

Das sah auch Gertrud Dockhorn, als sie ihre Familie in Bolivien besuchte. Zurück in Deutschland machte sie sich daran, Gelder zu sammeln. Nach unermüdlicher Informations- und Werbearbeit konnte 1984 das erste Schulhaus errichtet werden. Über 400 Kinder vom sechsten bis zum 15. Lebensjahr besuchten damals die Schule. Hilfe zur Selbsthilfe war dabei stets das entscheidende Stichwort: Das Geld kommt aus Deutschland, die einheimischen Eltern vor Ort packen mit an.

Mittlerweile ist aus der Schule ein ganzes Schulzentrum geworden, in dem rund 1400 Schüler bis zum Abitur unterrichtet werden. Die laufenden Unkosten übernimmt seit einiger Zeit der Staat. Keinerlei öffentliche Mittel bekommt allerdings die angegliederte Kindertagesstätte. Sie wird durch eine Stiftung getragen. Alle Aufwendungen etwa für die Mahlzeiten der Kinder, ein Teil der Instandsetzungsarbeiten, vor allem aber die Personalkosten müssen durch Sponsorengelder aufgebracht werden.

Ein warmes Mittagessen

Doch ist das Spendenaufkommen stark zurückgegangen. „Es gibt immer mehr Projekte, die auf Spenden angewiesen sind”, sagt Gertrud Dockhorn. Dabei wird das Geld gerade jetzt dringend benötigt, um den Kindern ein warmes Mittagessen zu kochen. „Mit leerem Magen lernt es sich halt schlecht”, betont die 91-Jährige. Deshalb bittet sie um Mithilfe: „Damit wir auch in Zukunft für unsere Kinder sorgen können, die aus extremer Not kommen.” Ob diese Hilfe nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei? „Nein”, sagt Gertrud Dockhorn ganz entschlossen, „wenn Hunderte Kinder und Familien davon profitieren, dann haben wir etwas erreicht.”

Spenden werden dringend benötigt

Weitere Informationen gibt Gertrud Dockhorn unter 0241/67826.
Außerdem wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Sparkasse Aachen, BLZ 39050000, Konto 216, Stichwort „Bolivienhilfe Pampahasi”.
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