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Die Bilder von Temposündern sind jetzt messerscharf

Von: Heiner Hautermans
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An neun Stellen des Stadtgebie
An neun Stellen des Stadtgebiets sind Starenkästen aufgestellt, für die die Verwaltung jetzt digitale Kameras angeschafft hat (hier die Turmstraße). An zwei weiteren wird das Rotlicht überprüft. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Stadt verbessert ihren Fotoservice, Bilder werden künftig digital gemacht und gestochen scharf sein. Die Kundschaft dürfte das allerdings nicht freuen: tausende Autofahrer, die an den neun Starenkästen im Stadtgebiet mit überhöhter Geschwindigkeit vorbeifahren.

Neun stationäre Radaranlagen gibt es innerhalb der Stadtgrenzen, über ihre genaue Lage will man im Presseamt aus verständlichen Gründen nicht viel sagen. Dennoch sind die Standorte vielen Autofahrern bekannt.

Auf der Turmstraße stehen etwa zwei Starenkästen auf beiden Seiten in Höhe Westbahnhofbrücke, auf der Hohenstaufenallee wird geblitzt, in Friesenrath, in Horbach, auf dem Berliner und Madrider Ring, auf der Kreuzung Kaiserplatz wird in Richtung Wilhelmstraße Rotlicht überprüft, auf der Wilhelmstraße von oben her ebenfalls Rotlicht, auf der Karl-Marx-Allee Tempo 30. In den neun Tempo-Kästen befinden sich nur vier Kameras, die reihum ausgetauscht werden. Bislang war nur eine davon digital, doch nun hat die Stadt aufgerüstet und drei weitere moderne Lichtbildapparate angekauft, zum Stückpreis von immerhin 14.000 Euro.

Die machen jetzt - im Gegensatz zu den Vorgängermodellen - nicht nur gestochen scharfe Bilder, sondern sofort zwei pro Vorgang, eins vom Fahrer und eins vom Kennzeichen. Axel Costard vom Presseamt sichert eine bessere Erkennbarkeit zu, auch Probleme mit reflektierenden Nummernschildern gehörten künftig der Vergangenheit an. Und nicht zuletzt führe die Neuerung zu Erleichterungen beim Ordnungsamt. Künftig werde keine Chemie mehr gebraucht, um die bis zu 400 Bilder auf den 18 Meter langen Filmen zu entwickeln. „Es geht nun viel schneller.” Eine drahtlose Verbindung der Kameras sei geprüft, aber als zu teuer verworfen worden. So werden jetzt ertappte Temposünder auf einem Chip gespeichert, dessen Kapazität praktisch unbegrenzt sei. Dennoch werde man den bisherigen Wechselrhythmus von ein bis zwei Wochen beibehalten, um die Knöllchen zeitnah zu versenden.

Die Zahl der gemessenen Verstöße ist in den letzten vier Jahren an den stationären Messstellen von 23.500 auf 25.700 in 2009 gestiegen. Das Jahr 2010 fiel wegen des strengen Winters dagegen auf 20.000 zurück. Zusätzlich setzt die Stadt zwei Messfahrzeuge ein, die im letzten Jahr 23.700 Raser geblitzt haben. Die Zahl dieser mobil erwischten Schnellfahrer steigt stark an, auch weil die Messzeiten und Zahl der Messstellen (derzeit 130) ausgeweitet wurden und 2009 ein zweites Fahrzeug angeschafft wurde. Besonders Augenmerk legt man in Absprache mit der Polizei auf Gefahrenstellen und Unfallbrennpunkte, etwa auf dem Ausfallstraßen oder den Ringen, auf Schulwegen, vor Kindergärten oder Altenheimen. Statistisch ausgewertet werden die Knöllchen nicht, doch weiß man immerhin, dass das Gros der Verfahren sich im Bereich des Verwarnungsgeldes bewegt, also Überschreitungen zwischen 7 bis 20 Km/ umfasst.

Bürger können übrigens auch selbst Vorschläge machen, wo der Verkehr verstärkt überwacht werden soll. Falls man das Gefühl hat, dass an bestimmten Stellen regelmäßig zu schnell gefahren wird, sollte man sich an den Fachbereich Sicherheit und Ordnung wenden, unter http://www.aachen.de/Geschwindigkeitskontrollen oder unter 0241/432-3379. Die Ergebnisse werden wenige Tage später im Internet veröffentlicht.

2,5 Millionen

Im letzten Jahr hat die Stadt rund 2,5 Millionen Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern eingenommen, im Jahr zuvor waren es noch 400.000 weniger. Es gehe nicht um Abzocke, sagt die Stadt, sondern um die Erhöhung der Verkehrssicherheit.
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