Aachen - Die Bauvorhaben rund um den Büchel verzögern sich weiter

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Die Bauvorhaben rund um den Büchel verzögern sich weiter

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Der untere Teil der Ursuliners
Der untere Teil der Ursulinerstraße ist gesperrt. Hier wird der Kanal aus dem Jahr 1893 erneuert. Im Erdreich wurde jetzt ein Teil der Barbarossamauer entdeckt.
Foto: Harald Krömer

Aachen. Bauen rund um den Büchel ist eine unendliche Geschichte. Kaum war man in die Tiefen des schwierigen Geländes der „unteren” Ursulinerstraße eingedrungen, um den kaputten Kanal aus dem Jahr 1893 zu sanieren und neue Fernwärmeleitungen zu ziehen, stieß man, wie erwartet, auf Altertümer und Bodendenkmäler.

Dieses Mal war es wieder ein Teil der Barbarossamauer. Der Boden hatte Stücke ihres dortigen „Ursulinertors” freigegeben, wie der städtische Sprecher Axel Costard fachmännisch erklärte, acht bis zehn Tore habe es in der Mauer vom Ende des 12. Jahrhunderts gegeben. Es ist eine mittelalterliche Mauer, die bereits vor Jahren beim Abriss des Bavaria-Kinos (heute Esprit) am Holzgraben Probleme mit sich brachte.

Viel Zeit

Die Untersuchungen kosten nämlich viel Zeit, und inzwischen schieben sich die Investoren und die Stadt gegenseitig den Schwarzen Peter zu. „Wenn die Maßnahmen von Stadt und Stawag zu Ende sind, dann können auch wir mit unserer Bel Etage anfangen”, kommentierte am Freitag der Kölner Strabag-Real-Estate-Geschäftsführer Rainer Maria Schäfer die Situation rund um den Bahkauv.

Das Parkhaus nebenan sollte eigentlich auch schon abgerissen sein. Weil die städtischen Planer die Folgen des Schwerlastverkehrs beim Parkhaus-Abriss für die neue Straßendecke fürchteten, hatten sie die Kanal- und gleichzeitige Straßenerneuerung aufgeschoben. Nun wird die Strabag zuerst das Weihnachtsgeschäft passieren lassen und dann im nächsten Jahr mit dem Neubau beginnen.

Hiervon hängt auch das Vorhaben der Unternehmer Hartmut und Helmut Falter (Mayersche Buchhandlung) ab. Sie wollen im Rückraum der „Bel Etage” mit der Front zur Nikolaus­straße einen Wohnkomplex mit kleinteiligem Einzelhandel im Erdgeschoss bauen (wir berichteten).

Hartmut Falter bekräftigte am Freitag gegenüber den „Nachrichten”, das Vorhaben sei nach wie vor geplant, doch es sei „nicht sinnvoll, hier vor der Bel Etage anzufangen”. Jetzt allerdings, meinte Falter, „da die Kaiserplatz-Galerie gestorben ist”, könne das vielleicht schneller gehen. Investor Schäfer meinte, nach jenem auf Eis liegenden Großvorhaben Kaiserplatz-Galerie befragt, nur lapidar: „Da gibt es nichts Neues.”

Römischer Estrich

Schneller geht es bald am trichterförmigen Stück des Büchel in Höhe Rethelstraße. Hier waren, erklärte die städtische Fachbereichsleiterin Regina Poth, ebenfalls archäologische Zugeständnisse verlangt worden. Dort habe man „römischen Estrich” aus einem großen römischen Stadthaus sichern müssen.

Ohne die Denkmalschützer und Archäologen kann momentan in Aachen scheinbar kein Millimeter Erde bewegt werden.

Den Plan, oben an der Zufahrt zum Markt einen prächtigen Baum mitten auf dem kleinen „Dreiecksplatz”, wie er in der Projektierung beschrieben wurde, als Blickfang zu pflanzen, hat der zuständige Ausschuss erst einmal wieder zurückgestellt. „Wir werden aber alle baulichen Voraussetzungen dafür schaffen”, bekräftigte Regina Poth in Sachen Baum am Büchel.

Steinerne Ödnis

Ob die bislang bestehende steinerne Ödnis dort am oberen Büchel irgendwann mal mit einer Außengastronomie aufgewertet werden könne, sei nicht sicher und würde von Fall zu Fall entschieden, so Fachbereichsleiterin Poth - obwohl die auf mehr als drei Meter geplanten neuen Gehsteige genug Platz für Tische und Stühle bieten würden.
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