Die Banker trugen weiße Masken

Von: Astrid Meisen
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500 Euro gefällig? Maskierte Banker saßen in der Nähe des Kugelbrunnens zockend im Bankenkasino der KAB. Die satirische Aktion sollte die Ungleichentwicklung in der Entwicklung ausdrücken. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die gewissenlosen Banker sitzen am Roulette-Tisch und zocken. Bei ihrem Spiel geht es unter anderem um Waffen und Energie, doch immer geht es um Geld, um sehr viel Geld. Gleichzeitig ist der Sozialstaat Deutschland mit schweren Ketten an diesen Tisch gefesselt.

So stellte am Samstag die Katholische Arbeitnehmer Bewegung im Bezirk Aachen-Stadt/Eifel (KAB) die momentane Situation in Wirtschaft und Politik dar. Anlass dafür war der Weltspartag 2010.

„Banken haben die Weltwirtschaftskrise verursacht und zocken nun genauso wie vor der Krise. Bei sozialen Ausgaben aber wird gespart”, sagt Marlies Conen, Bezirksleiterin der KAB Aachen. Dabei spielt sie auf die aktuellen Diskussionen um die Hartz IV-Sätze samt Sparpaket an.

„In unserem Schaubild gibt es auch einen Armen-Tisch. An diesem Tisch kann nicht gezockt werden. Es bleibt am Ende des Monats noch nicht einmal etwas übrig, das man sparen könnte vom Hartz IV-Satz”, erklärt sie. Die Einkommensschere gehe immer weiter auseinander, die Mittelschicht blute aus, so die KAB.

Die zockenden Banker tragen weiße, ausdruckslose Masken; so soll die Anonymität und der Abstand zur „normalen” Bevölkerung ausgedrückt werden. Lediglich zwei Masken stellen ein Gesicht dar: Josef Ackermann, Bankmanager, der mit 500-Euro-Scheinen wedelt und Guido Westerwelle, FDP-Politiker, der ein Schild mit sich trägt. Darauf ist aufgezählt, wem er hilft: Hotels, Energieriesen, Banken und Pharmakonzernen.

„Das Abrutschen in die Arbeitslosigkeit macht vielen Leuten Angst. Aus diesem Grund nehmen sie dann Jobs an, die unwürdig sind, bei denen sie zum Beispiel für geringere Gehälter länger arbeiten müssen”, sagt Conen.

Die gesichtslosen Banker zockten am Samstag noch eine ganze Zeit lang in der Innenstadt.
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