Die Arbeitgeber haben es jetzt standesgemäß

Von: Alfred Stoffels
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Es passt: Vorsitzender Michael Mahr (r.) und Geschäftsführer Hans Mayer-Uellner fühlen sich wohl am neuen Sitz der Unternehmerverbände im denkmalgeschützten Haus an der Theaterstraße. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der Dachverband hat jetzt auch ein repräsentatives Dach über dem Kopf: Die Vereinigten Unternehmerverbände Aachen (VUV) sind heimisch geworden in der Theaterstraße 55, in einem denkmalgeschützten Ensemble aus dem Jahr 1907, das nach spektakulärem Umbau allen Anforderungen an eine funktionelle und doch ansehnliche Unterkunft gerecht wird.

Kein Vergleich mehr mit dem eher unerfreulichen Amtsstubenbehälter, in dem Aachens Staatsanwälte lange Jahre ihren Dienst verrichten mussten, gleichwohl sind die neuen Hausherren nie erpicht darauf gewesen, einen Palazzo Protzo hinzustellen. Die Bedeutung der Unternehmerverbände im gesellschaftlichen Gefüge sollte aber schon sichtbar werden.

Dienstleister für die Mitgliedsverbände sein

Michael Mahr und Hans Mayer-Uellner sind überzeugt, dass das Werk wohlgelungen ist - neuer VUV-Vorsitzender der eine, langjähriger Hauptgeschäftsführer der andere. Beiden ist anzumerken, wie sehr sie mit der noch ziemlich neuen Adresse - bezogen im Sommer 2009 - zufrieden sind. Dort kann vor allen Dingen ein Plan umgesetzt werden, der der VUV-Spitze schon lange vorschwebte: in erster Linie „Dienstleister” zu sein für die rund 230 Mitgliedsbetriebe aus der Städteregion und dem Kreis Heinsberg.

Logischerweise gehört der geräumige Seminarraum im Erdgeschoss zu den Errungenschaften, die gut helfen können auf diesem Weg: Mit einem solchen Tagungsort unter eigener Obhut konnte der VUV bis vor kurzem nicht aufwarten. Bei der Vermietung gibt es keine Berührungsängste, „auch die SPD darf ruhig anfragen” (Mahr). Insgesamt zehn Mitarbeiter, unter ihnen allein vier Juristen, vertreten an der Theaterstraße die Interessen der Arbeitgeber, insbesondere in der Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik.

„Immer komplizierter”

Für Mahr war die Herrichtung des dreigeschossigen Objekts an der Theaterstraße mit seiner alten Kutscheneinfahrt immer eine „Herzensangelegenheit”. Kein Wunder, dass er als frischgebackener (ehrenamtlicher) VUV-Vorsitzender den neuen Amtssitz als schöne Dreingabe zur einstimmigen Wahl betrachtete. Ein Teil der Immobilie ist noch nicht in Beschlag genommen; Mahr denkt daran, diesen Bereich unter dem Oberbegriff „Gemeinnützigkeit” zu verwerten, Details stehen noch nicht fest.

Der 59-Jährige, geschäftsführender Gesellschafter des Heizungsbauers Theod. Mahr Söhne GmbH und damit in fünfter Generation im Familienbetrieb tätig, will nach eigenem Bekunden alles tun, um „das Unternehmertum” und seine Belange hochzuhalten, „was daran kratzt, müssen wir in den Griff bekommen”. Gemeint sind vor allem Imageprobleme, die durch „schwarze Schafe” in den eigenen Reihen produziert werden, wobei Mahr keine Sekunde einen Zweifel daran lässt, dass es diese Spezies aus dem Tierreich auf allen Gebieten und in allen Bereichen gibt - und zwar in exakt gleicher Häufigkeit.

Materie wird immer komplexer

Dass den Unternehmerverbänden die Arbeit nicht ausgehen wird, kann sich Mahr vom Hauptgeschäftsführer bestätigen lassen. Mayer-Uellner: „Die Materie wird immer komplizierter, vor allem im Arbeitsrecht.” Allein das Antidiskriminierungsgesetz habe einen Wust von Problemen im Gefolge, vom Datenschutz gar nicht zu reden.

Die Zeiten sind schwierig, von der Bankenkrise bis zur Griechenlandhilfe hat die Politik alle Hände voll zu tun, den Gang der Dinge in sozial verträgliche Bahnen zu lenken. Und wie schlägt sich Schwarz-Gelb in diesen Zeiten? Mahr, bis vor wenigen Monaten Schatzmeister der Aachener CDU, ist gnädig und sagt: „Der Aufschwung ist gekommen mit der Politik.” Mayer-Uellners Wahrnehmung: „Den Aufschwung gibt es trotz der Politik”, wirtschaftlicher Sachverstand sei im Berliner Betrieb nicht mehr vorhanden.

Große Einigkeit dagegen bei einem lokalen Sachverhalt: Dass bei der gerade laufenden Bürgerumfrage auch über die Höhe der Gewerbesteuer abgestimmt werde, sorge bei den Unternehmen „für böses Blut in Richtung Stadtrat” (Mahr). Mayer-Uellner: „Abenteuerlich.”
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