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Die alten Ziele bleiben aktuell

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Schulter an Schulter mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Die Aachener SPD ehrte ihre Jubilare im Lenné-Pavillon. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft machte den Job, für den eigentlich der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel vorgesehen war, mit richtig viel Liebe und Engagement. Etwa 150 Jubilare versammelten sich im Lenné-Pavillon an den Tischen, jeder Ortsverein hatte dort seinen eigenen Bereich.

In froher Erwartung harrten dort die „verdienten Genossen” der kommenden Ehrung. „Sigmar Gabriel hat einen Todesfall im engsten Kreis zu beklagen”, klärte der Aachener Parteivorsitzende Karl Schultheis auf, der Bundesvorsitzende sagte notgedrungen ab. Mit der NRW-Ministerpräsidentin fand die Aachener SPD einen mindestens gleichwertigen Ersatz. Kraft hatte kurz zuvor bereits im Eurogress in der „Zukunftswerkstatt” der Aachener SPD die politischen Leitlinien der nächsten Jahre auf den Tisch gelegt.

Kraft hat vor den langjährigen Genossen Hochachtung

„Weil ich relativ spät in die Partei eingetreten bin, habe ich vor den Genossen, die so lange dabei sind, eine große Hochachtung”, sagte sie den Jubilaren, unter ihnen so prominente Genossen wie der langjährige ehemalige Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden (40 Jahre) und der ehemalige Gewerkschaftssekretär und ebenfalls langjährige IG-Metall-Chef Peter Heuser (50 Jahre).

Die Ministerpräsidentin erinnerte mit klaren Worten an die Wurzeln der Arbeiterpartei, als die Lassalles und Eberts mit den kleinen Leuten für Solidarität und Brüderlichkeit kämpften. „Gerade heute wird Solidarität oftmals wieder mit Füßen getreten”, rief sie in den Saal, dort war Zustimmung zu merken.

Das Ziel, endlich den Mindestlohn in der Republik einzuführen, hatte Kraft in der Zukunftswerkstatt bereits vorgegeben. In den jetzigen, für politische Parteien schweren Zeiten gab sie die Parole aus: „Jetzt erst recht.” „Ziele wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität müssen endlich wieder Platz greifen im politischen Alltag”, forderte sie in einer durchweg kämpferischen Rede.

„Wollen keines unserer Ziele verraten”

„Wir wollen keines unserer Wahlziele verraten”, merkte sie zur aktuellen Haushaltsdiskussion im Land an und zeigte sich empört darüber, dass die jetzige Opposition mit ihrer Verfassungsklage gegen ihren eigenen, noch in der Regierunsverantwortung verabschiedeten Haushalt des Jahres 2010 geklagt habe. „Da ist mir in dieser Woche im Plenum der Kragen geplatzt, da bin ich laut geworden”, gab sie zu. Im Übrigen laufe es mit der Minderheitsregierung besser als gedacht, berichtete Kraft und gab Plänen für „vorschnelle Neuwahlen” eine eindeutige Absage.

Nicht nur die Verdienste von Jürgen Linden und Peter Heuser wurden anschließend besonders herausgestellt. Auch altgedienten Sozialdemokraten wie beispielsweise Theo Vonderweiden (50 Jahre Mitgliedschaft), Monika und Johannes Hübener, Claus Haase, Heinrich C. Friedhoff oder Prof. Winfried Böttcher sowie dem aktuellen Parteivorsitzenden Karl Schultheis (alle 40 Jahre) waren freundliche Dankesworte zugedacht. Die stattliche Anzahl von mehr als 90 Genossen, die ihre 25-jährige Mitgliedschaft zu feiern hatten, musste ebenfalls verlesen werden.

Zwei Jubilarinnen galt eine besondere Beachtung. Eine von ihnen war an diesem Abend die mit mehr als 60 Jahren Mitgliedschaft älteste Jubilarin, die 1950 eingetretene ehemalige DGB-Mitarbeiterin Anny Niehsen. Sie holte rüstig und munter ihre Urkunde ab.

Die gute Seele

Mit 40 Jahren Parteizugehörigkeit ehrten Karl Schultheis und die stellvertretende Parteivorsitzende Ulla Schmidt besonders herzlich Ute Palm. Sie ist die langjährige und fraglos unentbehrliche Mitarbeiterin in vorderster Front des Unterbezirksbüros. „Sie ist die Seele der Geschäftsstelle. Ohne Ute”, dankte Schultheis, „hätten wir die Organisation der vielen, vielen Wahlkämpfe nicht hinbekommen.”

Der SPD seit Jahrzehnten die Treue gehalten:

60 Jahre in der SPD: Anny Niehsen;

55 Jahre: Gerhard Hesse;

50 Jahre: Peter Heuser, Irene Sosinka, Josef Theo Vonderweiden;

40 Jahre: Anton Alt, Ralf Bannuscher, Jürgen Bartholomy, Günter Behner, Detlef Bick, Prof. Winfried Böttcher, Jürgen Büchler, Leo Cloots, Heinrich C. Friedhoff, Claus Haase, Manfred Haase, Hans-Joachim Hoffmann, Ladislaus Hoffner, Johannes Hübener, Monika Hübener, Hella Hühnerbein, Ilse Jacobs, Alfred Koch, Horst Kohnen, Ingeborg Kohnen, Jürgen Linden, Ute Palm, Ernst Piehl, Margret Roitzsch, Wolfram Roselt, Rolf Schäfer, Werner Schunck, Karl Schultheis, Helmut Sion, Klaus Thomas, Gertraut Weber.

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