„Die Alemannia darf nicht untergehen”

Von: Achim Kaiser
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Rund 150 Alemannia-Anhänger demonstrierten annähernd eine Halbzeit, also 45 Minuten, vor dem Rathaus und setzten ein positives Signal in Richtung Stadtrat. Tenor: Alemannia Aachen darf nicht untergeh´n. Foto: Harald Krömer

Aachen. Schon am frühen Abend kam bei den rund 150 Alemannia-Fans auf dem Markt verhaltener Jubel auf. Einige Ratsmitglieder hatten während einer kurzen Zigarettenpause vom Rathausbalkon signalisiert, dass die Stadt dem Fußball-Zweitligisten unter die Arme greifen und die Ausfallbürgschaft genehmigen werde.

„Mir fällt ein zentnerschwerer Stein vom Herzen”, war Hans Libotte aus dem Vorstand der Alemannia-Fan-IG erleichtert. Mittelfristig sei der Proficlub ja „gut aufgestellt”: „Wir brauchen drei bis vier Jahre, dann haben wir uns erholt.”

Gegen 18 Uhr trudelten die schwarz-gelben Anhänger auf dem Markt ein, um ein „positives Signal” in Richtung Stadtrat zu senden, und zwar zunächst in Form der Vereinshymne: „Aber eins, aber eins, das bleibt besteh´n...”

„Der Verein darf nicht untergehen. Er muss unterstützt werden, deshalb sind wir hier”, fasste Libotte die Motivation der aus allen Altersklassen zusammengesetzten Fangruppe zusammen. „Sicherlich darf man nicht vergessen, dass Alemannia den Stadionbau alleine gestemmt hat. Das war nicht leicht”, gab Tivoligängerin Uschi Drechsler zu bedenken. Ihr stimmte Ellen Kleingans zu: „Mein Herz schlägt seit meiner Kindheit schwarz-gelb. Der Stadt bleibt ja nichts anderes übrig. Alemannia gehört zu Aachen wie der Karlspreis.”

Als nicht so „dramatisch” wie noch vor Jahren stufte Alemannias Fanbeauftragter Robert Jacobs die aktuelle Situation ein: „Damals sind wir mit Sammelbüchsen durch die Stadt gezogen. Jetzt geht es um eine Bürgschaft, die die Stadt ja nichts kostet. Ich hoffe auch, dass die Stadt nichts bezahlen muss.”

Alemannia-Verwaltungsratsmitglied Rolf Gerwert erinnerte daran, dass 1983 die erste politische Fan-Demo auf dem Markt Premiere feierte. Sie stand unter dem Motto: „Malangré, wir wollen Platz für Stollen.” Damals ging es um die Nutzung der städtischen Sportplätze für vereinsungebundene Teams in der Bunten Liga.

27 Jahre später folgte nun der zweite politisch motivierte Fan-Aufmarsch vor dem Rathaus. Und dabei ging es um die Zukunft des Proficlubs Alemannia - so ändern sich die Zeiten. „Wir haben eine unbeschreibliche Seuchensaison hinter uns und sind am Nullpunkt angelangt. Jetzt müssen alle anpacken, damit die Alemannia wieder nach vorne kommt”, betonte Gerwert. „Überragend”, fand Alemannias Geschäftsführer Frithjof Kraemer das Engagement der versammelten Anhänger: „Das zeigt, dass Alemannia ein Stück Aachen ist.”
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