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Die AfD findet keinen Raum

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Aachen hat nach Drohungen aus dem linken Antifa-Lager nunmehr ernsthafte Probleme, einen Veranstaltungsort für ihr nächstes Treffen am 22. Januar zu finden.

Dies teilt Ingo Schumacher, Sprecher der Aachener AfD, mit, der sich und seine Mitstreiter damit erheblich in seiner „politischen Meinungsarbeit“ behindert sieht. „Mir fehlt jegliches Verständnis für diese Gegenreaktion“, sagt er mit Blick auf die im Internet anonym veröffentlichten Androhungen aus dem Antifa-Umfeld, die AfD-Treffen aufzusuchen und zu stören.

Unter der Überschrift „Kein Stammtisch für braune Soße! Der AfD den Kampf ansagen“ hatten Unbekannte zuletzt Anfang Januar ein Treffen in einem Café an der Vaalser Straße verhindert. Seitdem haben offenbar Aachens Wirte und Hotelbetreiber mit passenden Versammlungsräumen Angst vor jenen unliebsamen Besuchern, die die AfD-Treffen verhindern wollen, weil sie dort auch neonazistisches Gedankengut vermuten.

„Wir finden keinen Raum“, meint der inzwischen einigermaßen verzweifelte örtliche Parteichef der noch jungen Partei, die vor allem durch ihre Anti-Euro-Haltung auf sich aufmerksam macht. Auf eine Stufe mit Volksverhetzern und Rassisten wollen er und seine Mitstreiter sich freilich nicht stellen lassen. Den Antifa-Aufruf empfinden sie daher auch als zutiefst undemokratisch. „Meinungsbildung muss zugelassen werden“, fordert Schumacher und betont nochmals, dass gerade der Aachener Stadtverband stark darauf achte, nicht von rechts unterwandert zu werden.

Dieses Problem hat die AfD zwar in einigen Landesverbänden, wobei es sich nach jetzigem Stand meist um Einzelfälle handelt. Mit ihrem Hang zu einer neoliberalen Wirtschaftspolitik und einem konservativen Gesellschaftsbild wildert sie vor allem im Lager enttäuschter FDP- und CDU-Wähler. Gerne würde er beim nächsten Treffen mit den Leuten in eine Diskussion eintreten, die den Aachener AfD-Anhängern eine „braune Gesinnung“ unterstellen, sagt Schumacher. „Wir wären dazu bereit.“ Doch noch wisse niemand, wer überhaupt hinter den Behauptungen und Drohungen steht.

Hoffnung auf die Stadt

„Wir wollen eine Chance haben, mit ihnen zu reden“, sagt Schumacher. Auch deswegen sucht er nun dringend einen Versammlungsraum und hofft auf Veranstalter, die sich nicht von anonymen Anfeindungen verschrecken und einschüchtern lassen. Benötigt werde ein Raum für etwa 25 bis 40 Teilnehmer, sagt er. Hoffnung hat er auch noch, dass ihm die Stadt einen Saal vermietet. Für Wahlkämpfe stehen die zwar in aller Regel nicht zur Verfügung. „Aber wir planen ja zunächst nur eine Informationsveranstaltung“, meint Schumacher. Unter anderem soll bei dem Treffen am 22. Januar beraten werden, ob die AfD zur Kommunalwahl am 25. Mai antritt.

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