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Die Aachener CDU: Mit geballter Zuversicht geht es in die Wahl

Von: Jan Mönch
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Mit geballter Zuversicht führen der designierte Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, Bundestagskandidat Rudolf Henke und der Aachener CDU-Chef, Landesminister Armin Laschet, die CDU in den Bundestagswahlkampf. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die geballte Zuversicht beim CDU-Kreisparteitag hatte ihren guten Grund. Denn unabhängig davon, wie nun die Mehrheitsverhältnisse im Aachener Stadtrat ab dem 21. Oktober aussehen, werden die Christdemokraten erstens den ersten „schwarzen” Oberbürgermeister seit Kurt Malangré und zweitens den ersten Städteregionsrat überhaupt stellen.

„Die Bundestagswahl schaffen wir jetzt auch noch”, klopfte der designierte OB Marcel Philipp sich verbal auf die Brust, nachdem Minister Armin Laschet ihm verbal auf die Schulter geklopft („überzeugend, jung, kompetent”) hatte. Dabei blickte er in Richtung Rudolf Henke, den die CDU gern für Aachen nach Berlin schicken würde.

Der ist jenseits seiner politischen Tätigkeit Sprecher der deutschen Krankenhausärzte, diesseits allerdings ist er Konkurrent von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die bei der Bundestagswahl am 27. September ein Mal mehr als Direktkandidatin für die Aachener SPD antreten wird. Nicht verwunderlich also, dass Henke ein sattes Drittel seiner Rede der Gesundheitspolitik widmete.

„Beim Hotelkomfort mag es Unterschiede geben, in der Medizin aber muss die Behandlung eines jeden fachlich immer auf Höhe der Zeit erfolgen”, warnte Henke vor einem Zweiklassensystem.

Und auch an den Ethos seines Berufsstandes erinnerte der Vater von vier Töchtern, der betonte, dass man ihn diesbezüglich auch als Ärztesprecher beim Wort nehmen dürfe: „Es darf in den Vertragsbeziehungen zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern keinen Platz für Schmiermittel geben.”

Eine Interessenkollision eines Bundestagsmitglieds und Vorsitzenden einer „Ärztegewerkschaft” in Personalunion fürchtete NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann nicht, und trommelte in seiner Rede nach Kräften für den Parteifreund: „Politiker, die nur pragmatisch sind, aber keine Grundsätze haben, die handeln beliebig. Rudolf Henke ist pragmatisch und hat Grundsätze, daher ist er ein guter Politiker.”

Auf eine angriffslustige Rhetorik in Richtung Banken verzichtete auch der gelernte Maschinenschlosser nicht: „Wenn man aus der Technik kommt, dann kann man nicht begreifen, was an den Märkten passiert ist. In der Technik hat der Hersteller für sein Kugellager zu haften. Denn es gibt Normen.” Der Geist der Neoliberalen sei der Geist der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise.

Richtig auf die Krise reagiert, habe Kanzlerin Angela Merkel; „das Beste, was die Bundesregierung überhaupt machen konnte”, sei der Beschluss zur Kurzarbeit gewesen.

Dennoch gelte: „Mit Niedriglöhnen und Hilfsarbeit können wir unseren Wohlstand nicht verteidigen.” Über „Qualität, Leistung und Vertrauen” habe der Wettbewerb zu erfolgen, „nicht darüber, wer die billigsten Arbeiter beschäftigt.” Was es brauche, um Deutschland zu regiere? „Ganz viel CDU und nur ein kleines bisschen FDP.”
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