Die Aachener Altstadt wird zur Großbaustelle

Von: Daniel Gerhards
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Aachen. In der Aachener Altstadt werden sich in den kommenden Monaten viele Geschäftsleute, Anwohner und Besucher mit aufgerissenen Straßen abfinden müssen. Der Grund: Ein Großteil des Kanalnetzes ist akut erneuerungsbedürftig.

Stadtverwaltung und Stawag wollen die Bürger in diesen Prozess einbinden. „Das ist eine erhebliche Belastung für die Gewerbetreibenden und die Anwohner. Deshalb wollen wir frühzeitig mit ihnen in Kontakt treten”, sagt Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken. Zur Informationsveranstaltung am Dienstagabend kamen allerdings nur wenige Interessierte ins Alte Kurhaus.

Dass die Baumaßnahmen notwendig sind, liegt für die Verantwortlichen auf der Hand. Ein Großteil der Kanäle wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. „Wir haben es immer gut gepflegt. Aber jetzt müssen wir nochmal richtig investieren”, sagt Nacken. Bis voraussichtlich Ende 2013 wird unter anderem in der Hartmannstraße, Ursuliner­straße, Mostardstraße, Elisabethstraße, Ritter-Chorus-Straße, Johannes-Paul-II.-Straße, Komphausbadstraße, im Hof und am Büchel gebaut.

Wolfgang Raabe, Leiter Netzplanung, Bauleitung und Dokumentation der Stawag, hatte Bilder aus Kanälen mitgebracht, die besonders in Mitleidenschaft gezogen worden sind. In gemauerten Leitungen fallen Steine nach innen. In Betonkanälen sind große Löcher, durch die das Wasser ins Erdreich austritt. Und es gebe sogar Stellen die einsturzgefährdet sind. Zudem liegt ein großer Teil der Innenstadt im Thermalquellenschutzbereich. „Alles was in diesem Bereich austritt, hat Auswirkungen auf die Thermalquellen”, sagt Raabe.

Bei der baulichen Ausführung arbeiten Stadt und Stawag eng zusammen. Denn wichtig ist beiden, dass die Straßen nicht häufiger als nötig aufgerissen werden müssen. So verlegt die Stawag ihr Leitungsnetz. Wenn sie fertig ist, verschließt die Stadt alles mit einer neuen Fahrbahndecke.

Die Abstimmung der einzelnen Baumaßnahmen aufeinander ist sehr wichtig. Ist eine Straße gesperrt, müssen Parkhäuser trotzdem mit dem Auto erreichbar sein. Dafür dürfen Pkw durch Fußgängerzonen fahren oder es werden Einbahnstraßen umgekehrt. Und stets müssen Rettungswege für die Feuerwehr frei bleiben.

Als Johannes Liebens, Geschäftsleiter des Modehauses „Sinn-Leffers” an der betroffenen Mostardstraße, von den geplanten Maßnahmen hörte, suchte er zunächst das Gespräch mit der Verwaltung. „Wir freuen uns nicht, dass die Bauarbeiten in der Mostardstraße so lange dauern. Aber eine gewisse Beeinträchtigung muss jeder ertragen”, sagt Liebens. Um seine Umsätze ist im allerdings nicht bange. „Ich bin guten Mutes, dass das nicht beeinträchtigt wird. Die Leute schätzen es, in Aachen einzukaufen. Ich denke, dass sie trotz der Baustellen kommen werden.”

Bis zum 15. November sollen die Baumaßnahmen - für das laufende Jahr - weitgehend abgeschlossen sein, erklärt Regina Poth, Leiterin der Abteilung Straßenplanung und -Bau, Koordinierungsstelle Abwasser der Stadt Aachen. Maßnahmen in der Innenstadt, die dann noch nicht abgeschlossen sind, werden mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft unterbrochen.

Dieser Zeitplan könnte dann über den Haufen geworfen werden, wenn man bei den Arbeiten archäologisch wertvolle Überreste findet. Dies geschah bereits in der Ritter-Chorus-Straße. Seither ruht die Baustelle. „Darauf müssen wir flexibel reagieren”, sagt Poth.

Im Erdreich warten zudem weitere Unwägbarkeiten auf die Stawag. Denn einen Platz für die neuen Leitungen zu finden, ist offenbar gar nicht so einfach. Unter der Straße sei es schon ziemlich voll, erklärt Raabe. „Die alten Leitungen liegen ja bereits da. Und niemand will während der Bauzeit auf Strom, Gas und Wasser verzichten.”
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