Aachen - Die Aachen-Arkaden stehen vor einem Umbruch

Die Aachen-Arkaden stehen vor einem Umbruch

Von: gei
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Aachen. Knapp zehn Jahre nach der Eröffnung stehen die Aachen-Arkaden vor einem Umbruch. Denn viele der langfristig geschlossenen Mietverträge laufen bald aus. Mehrere Mieter tragen sich angesichts anhaltend flauer Umsätze mit Abwanderungsgedanken.

Welche Folgen das für den weiteren Betrieb des von Anfang an kriselnden Shopping-Centers im Aachener Osten hat, ist noch nicht abzusehen. Der neue Eigentümer gibt sich betont optimistisch. „Wir haben ein gutes Gefühl, die Arkaden nach vorne bringen zu können“, sagt Sascha Hettrich, Geschäftsführer der Berliner Intown-Gruppe.

Vorerst haben er und seine Leute aber vor allem damit zu tun, abwanderungswillige Geschäftsleute möglichst noch zu halten und von einer besseren Zukunft zu überzeugen. „Wir arbeiten langfristig orientiert“, betont Hettrich. Die Intown-Gruppe, die die Arkaden vor gut einem Jahr übernommen hat, sei darauf spezialisiert, problematische Immobilien auf Kurs zu bringen und deren Wert zu erhöhen. In den zurückliegenden sechs Monaten habe man sich intensiv mit den Schwachstellen des Gebäudes befasst und ein neues Konzept erarbeitet.

Neue Mieter gesucht

Vieles sei mit den derzeitigen Mietern abgestimmt worden, von denen sich einige bereits entschieden hätten, doch drinbleiben zu wollen, sagt Hettrich. Und auch mit neuen Interessenten habe man bereits Kontakt aufgenommen. „Es wollen einige rein“, sagt er. Namen will er freilich nicht nennen, so lange keine Verträge unterzeichnet sind. Aktuell seien noch etwa 70 Prozent der vorhandenen Räumlichkeiten vermietet.

Im Untergeschoss und im ersten Obergeschoss der Arkaden sieht es dennoch düster aus. Gut die Hälfte der dortigen Verkaufsflächen sind verbarrikadiert, andere wurden aus gutem Willen etwa Künstlern, Kunstvereinen oder örtlichen Gruppen zur Verfügung gestellt, um inmitten der Tristesse überhaupt noch Leben zu simulieren. Ein Spielzeugladen kündigt sein Ende an, ein Modegeschäft wurde gerade ausgeräumt, eine Parfümerie und zwei Backläden sollen auf dem Absprung sein.

Endzeitstimmung will Hettrich dennoch nicht aufkommen lassen. „Wir trauen uns viel zu und haben eine Idee“, sagt er. Unter anderem schwebt ihm ein sogenannter Food-Court vor, um die Shopping-Mall zu beleben. Neue Imbiss- und Probierstände sollen mehr Markthallen-Atmosphäre ins Innere bringen und die Kundschaft locken, wobei Hettrich ein großes Vorbild im Kopf hat: die Lebensmitteletage im Berliner KadeWe (Kaufhaus des Westens), wo sich tagtäglich Tausende Menschen an kleinen Feinkostständen bekochen lassen.

Fraglich, ob sich so etwas auch nur ansatzweise auf den Aachener Osten übertragen lässt, wo sich nicht mal eine überregionale Sandwichkette halten konnte und schon mehrere Imbissbetreiber aufgeben mussten.

Die ganz große Sogkraft auf Kunden außerhalb des Viertels und erst recht jenseits der Stadtgrenzen haben die Aachen-Arkaden ohnehin nie entwickeln können. So gehen auch die neuen Eigentümer eher davon aus, dort ein „Nachbarschaftscenter“ einzurichten. Zugute könnte ihnen kommen, dass im Umfeld viel neuer Wohnraum für die potenzielle Kundschaft von morgen geschaffen wird.

Derweil muss sich die Intown-Gruppe auch noch mit Planungsfehlern aus den Anfangstagen und technischen Mängeln abmühen. Laut Hettrich müsse aktuell einiges in die Haustechnik investiert werden. Probleme gebe es etwa bei der Klimatisierung und beim Brandschutz. Von einer Fehlkonzeption spricht er auch beim Parkhaus, weil die Parkebenen nicht zu den Einkaufsebenen passen.

So bleiben die Aachen-Arkaden, für die Intown derzeit die Stelle des Center-Managers ausgeschrieben hat, auch zehn Jahre nach der Eröffnung ein Sorgenkind. Rund 70 Millionen Euro wurden dafür seinerzeit investiert. Zu welchem Preis es zuletzt die Intown-Gruppe ankaufen konnte, haben die neuen Eigentümer nicht mitgeteilt.

 

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