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Deutlich weniger Besucher in den Carolus-Thermen

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Auch an der Passstraße ist die Krise angekommen: Die Besucherzahlen in den Carolus-Thermen sind rückläufig, die Stadt wird ihren jährlichen Zuschuss wohl kräftig erhöhen müssen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Kämmerin ist schon mal vorgewarnt: Es kann gut sein, dass die Stadt Aachen den Carolus-Thermen demnächst einen Batzen Geld rüberschieben muss. Jahr für Jahr konnte der Zuschussbedarf für die Badelandschaft an der Passstraße reduziert werden, von gut drei auf zuletzt 1,8 Millionen Euro, doch diese Erfolgsgeschichte ist wohl nicht durchzuhalten.

Um neun Prozent sind die Besucherzahlen in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 zurückgegangen, vor allem aber brechen die Einnahmen in den hochpreisigen Segmenten weg, etwa im Saunabereich. Geschäftsführer Werner Schlösser: „Uns fehlen die teuersten Gäste.”

Verstärkte Konkurrenz und natürlich die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise werden für die Einbußen verantwortlich gemacht. Aufsichtsratsvorsitzender Heiner Höfken (SPD): „Es sieht so aus, als hätten viele Gäste ein persönliches Sparprogramm eingeleitet.”

Und Schlösser sinniert, ob es tatsächlich der „richtige Schachzug” war, zum 1. Januar die Preise zu erhöhen, da sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgezeichnet habe, dass auch und gerade bei Besserverdienenden die Freude am Geldausgeben nachlassen werde.

Um gegenzusteuern, hat der Thermenchef ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: In den letzten drei Monaten des Jahres sollen noch 100.000 Besucher angelockt werden. Dabei setzt man nicht allein auf anhaltend übles Wetter, sondern vor allem auf Marketingaktionen.

Zu Einzelheiten will Schlösser sich noch nicht äußern, aber der eine oder andere „Knaller” werde dabei sein.

Warme Tage im April

Für die rückläufigen Zahlen am Beckenrand und auf der Saunabank gibt es noch andere Erklärungen - warme Tage schon im April, eine lange Schließungszeit im Juni, nicht zuletzt verstärkter Wettbewerb.

So ist in Aachen aufmerksam registriert worden, dass in Valkenburg nach Eigentümerwechsel wieder richtig gepowert wird, unter anderem mit speziellen Sonderangeboten. Schlösser: „Der ein oder andere holländische Gast wird uns dadurch abhanden gekommen sein.”

Auch Höfken hofft, dass die in aller Regel umsatzstarken Monate Oktober, November und Dezember die Situation vielleicht noch retten - wenn nicht, wäre das allerdings „der GAU”.

Nach Stand der Dinge geht der Vorsitzende des Aufsichtsrats davon aus, dass die Stadt Aachen um die 500.000 Euro zusätzlich locker machen muss, um die Therme über Wasser zu halten.

Dass die Kämmerin den Betrag herausrücken wird, davon gehen alle Beteiligten aus. Schlösser: „Die Stadt wird uns nicht zum Insolvenzrichter gehen lassen.” Noch freilich könne von mangelnder Liquidität nicht die Rede sein, „alle Rechnungen werden pünktlich bezahlt”.

Der Aufsichtsrat rechnet in dieser Situation nicht nur mit Hilfestellung durch die Stadt, sondern erwartet auch konkrete Konzepte vom Management, insbesondere was die Verringerung der Ausgaben angeht. Wohl wissend, dass die Möglichkeiten auf diesem Gebiet ziemlich ausgereizt sind. Die Personaldecke sei eh schon dünn.

So sieht das auch Werner Schlösser, der betriebsbedingte Kündigungen nach wie vor ausschließt und darauf hinweist, dass allein aus Sicherheitsgründen eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern vor Ort sein muss - „wir werden sehen, was geht”.

Wahrscheinlich müsse man auf „viele Kleinigkeiten” setzen, um Kosten zu sparen, von den Telefongebühren bis zum Einkauf der Chemikalien. Eins stehe jedenfalls fest: „Wir müssen reagieren.”
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