Aachen - Desaster um den FH-Vorzeigebau

Desaster um den FH-Vorzeigebau

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Schon vor einem Jahr sollte an der Hohenstaufenallee das Kompetenzzentrum Mobilität der FH Aachen eröffnet werden. Nun steht alles still auf der Baustelle. Die FH-Leitung zeigt sich entsetzt. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Unter Hochdruck suchen die Spitzen der Fachhochschule (FH) Aachen und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB) nach einem Ausweg aus dem kaum fassbaren Desaster, das die FH an der Hohenstaufenallee verkraften muss.

Wo eigentlich längst studiert und geforscht werden sollte, ist bis heute nicht mal die Baugrube für das dort geplante Kompetenzzentrum Mobilität zu erkennen. Seit einer Woche ruht die Baustelle nun komplett.

Seitdem reiht sich ein Krisengespräch an das nächste, denn das Kompetenzzentrum soll so etwas wie das neue Herzstück der FH werden – eine Marke, die der Hochschule ein neues Profil gibt und mit der verstärkt um Studierende geworben werden soll. Dahinter steht eine jahrelange Vorarbeit, wie FH-Pressesprecher Roger Uhle erläutert. In dem Kompetenzzentrum, Ergebnis eines landesweiten Wettbewerbs, sollen drei für die moderne Mobilität bedeutende Fachbereiche gebündelt werden. „Für uns ist das ein ganz entscheidender Bau“, sagt Uhle.

Platz für 3500 Studierende

Bis zu 40 Millionen Euro sollen für den hochmodernen Komplex bereitgestellt werden, in dem neue Hörsäle, Seminarräume, Laborflächen und eine Mensa für dereinst gut 3500 Studierende im Bereich Mobilität untergebracht werden sollen. Der Entwurf ist das Ergebnis eines Realisierungswettbewerbs aus dem Jahr 2009, doch wann und ob er jemals realisiert wird, kann derzeit niemand sagen. „Diese Unsicherheit ist unglaublich“, sagt Uhle.

Denn tatsächlich kann auch der für den Bau verantwortliche BLB derzeit nicht sagen, wie es an der Hohenstaufenallee weitergehen wird. Dessen Pressesprecher Hartmut Gustmann bestätigt lediglich, dass dem dort tätigen Subunternehmen Tholen aus Geilenkirchen fristlos gekündigt wurde, weil man kein Vertrauen mehr in dessen Leistungen habe. Nun soll versucht werden, ein neues Bauunternehmen zu finden. Bis das dafür nötige Verfahren beendet ist, könne jedoch mindestens ein Jahr vergehen, fürchtet Gustmann. Daher suche man nun auch nach anderen Lösungen, um die Nöte der FH zu lindern.

Wie die im Detail aussehen können, will er noch nicht sagen. Nahezu täglich würden Gespräche mit dem Rektorat und dem Kanzler der FH geführt. „Es ist keine einfache Situation, aber wir hoffen sehr, schnell zu einem Ergebnis zu kommen“, sagt er. Denkbar scheint somit, dass das Mobilitätszentrum an einem anderen Ort unterkommt, wobei die Anforderungen an die Größe, die Statik und die Lage des Gebäudes durchaus hoch sind.

FH-Rektor Marcus Baumann will derweil Protestaktionen in Düsseldorf nicht mehr ausschließen, da er und seine Professoren sich ziemlich im Stich gelassen fühlen. Noch ist von offizieller Seite kaum Kritik am BLB und am Wissenschaftsministerium zu hören. Doch das könnte sich mit dem Streit um das Mobilitätszentrum, dessen Fertigstellung eigentlich für 2013 geplant war, bald ändern. Zu lange schon habe man „gute Miene zum bösen Spiel gemacht“, heißt es.

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