Aachen - Der zweite Wagen ist nicht mehr im Dienst

Der zweite Wagen ist nicht mehr im Dienst

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ohne großes Brimborium hat Oberbürgermeister Marcel Philipp den zweiten städtischen Dienstwagen abgeschafft.

„Der Leasingvertrag ist ausgelaufen und die Stelle für den zweiten Chauffeur weggefallen”, erläutert Philipp die Gründe für den eher leisen Abschied von dem Gefährt.

Vor drei Jahren machte der „Streit um einen neuen Dienstwagen” Schlagzeilen. Der damalige Oberbürgermeister Jürgen Linden war es seinerzeit, der „die Vergrößerung des städtischen Fuhrparks um 100 Prozent” veranlasste, wie die CDU beklagte. Sie kritisierte im Februar 2007: „Der Dienstwagen wird nur angeschafft, um dem neuen Dezernenten Wolfgang Rombey eine Freude zu machen.”

Linden reagierte harsch auf CDU-Anfragen und konterte, dass der Dienstwagen „kein Luxus, sondern ein Arbeitsplatz sei”, außerdem habe Stadtdirektor Rombey einen großen Arbeitsbereich zu verantworten. Zuständig sei er in dem (größten) Dezernat für Jugend, Sport und Schule für rund 1900 Mitarbeiter, insgesamt 272 Einrichtungen und in zahlreichen überörtlichen Gremien - alles zum Wohle der Stadt. Und: Die Verwaltung sei schließlich „keine drittklassige Frittenbude”, bei der es auf die Außendarstellung nicht so ankomme.

Vertraglich ist eine Vereinbarung in Sachen Dienstwagen mit dem Beigeordneten vor drei Jahren nicht in irgendeiner Form festgehalten worden. „Wir haben alles durchforstet, aber nichts gefunden”, sagt OB Philipp. Das bestätigt auch Rombey: „Schriftlich ist nichts festgehalten worden.”

Und so hat der Dezernent nun seine letzte Fahrt im Dienstwagen hinter sich gebracht: „Das ist die Entscheidung des OB. Die habe ich als Beamter zu respektieren”, will er nicht weiter ins Detail gehen.

Immerhin: Der OB hat ihm eine Telefonnummer in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, immer, wenn der Dezernent einen Wagen samt Chauffeur brauche, könne er einen Fahrdienst kontaktieren.

Die CDU, die 2007 als Oppositionspartei im Rat vehement gegen die Anschaffung eines zweiten Dienstwagens wetterte, hat nach eigenem Bekunden die aktuelle Entwicklung nicht angestoßen. Das sei einzig und alleine ein Geschäft und eine Angelegenheit des Oberbürgermeisters und der Verwaltung.

„In Zeiten leerer Haushaltskassen muss man alle Chancen zum Sparen nutzen. Die Notwendigkeit für einen zweiten Dienstwagen samt Fahrer sehe ich nicht, deshalb haben wir den Wagen abgeschafft und die Stelle nicht neu besetzt”, erläutert Philipp, der als erster Bürger der Stadt noch über einen Dienstwagen verfügt.

Zwar hätte das Mobil die Stadt wegen Sonderkonditionen nur knapp über 200 Euro pro Monat gekostet, doch eigentliches Sparpotenzial sei die wegfallende Stelle. Da Fahrer Heinz „Hans” Becker in Pension gehen wird, bot sich, so der OB, der Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt an - eher still und leise, weil natürlich keiner in der Verwaltung sich öffentlich für die Notwendigkeit eines zweiten Dienstwagens stark machen will.
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