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„Der Wohnungsmarkt fliegt uns noch um die Ohren”

Von: Werner Breuer
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Neuer Wohnraum an der Sandkaus
Neuer Wohnraum an der Sandkauslstraße: Nach Ansicht der SPD sollte in Aachen mehr getan werden - und zwar nicht nur für Studenten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Beim Blick auf den Wohnungsmarkt beschleichen den SPD-Ratsherren Claus Haase Erinnerungen an die 1980er Jahre. Damals habe es eine „effektive Notlage” gegeben, sagt Haase. Und auf eine solche Situation steuere die Stadt nun wieder zu.

„Wenn wir nicht genug bezahlbaren Wohnraum bieten”, meint er, „geht der Zug in Richtung Städteregion weiter.” Und es könne nicht im Interesse der Stadt sein, Einwohner - und damit Schlüsselzuweisungen, Steuereinnahmen etc. - an das Umland zu verlieren.

Die Aachener Sozialdemokraten haben nach eigener Einschätzung schon diverse Vorleistungen erbracht, um dieser Entwicklung zu begegnen. Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender Norbert Plum verweist auf diverse Ratsanträge, teil gemeinsam mit der Fraktion der Linken, die das Thema auf die politische Tagesordnung setzen sollten.

Die Initiativen der Opposition seien zwar behandelt worden, meint Plum, wirkliche Konsequenzen habe man aber nicht gezogen. Von diversen Flächen, die sie SPD zwecks Wohnbebauung ausgeguckt habe, seien lediglich zwei Grundstücke in Brand übriggeblieben, „auf denen jetzt etwas passieren soll”. Das reicht Plum jedoch nicht angesichts der „erschreckenden Zahlen”, die er dem Aachener Wohnungsmarktbericht entnommen hat.

Demnach seien im Jahr 2005 noch 426 neue Wohnungen entstanden, 2010 waren es gerade noch 258. Für Manfred Kuckelkorn, Sprecher der SPD im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss, kommt erschwerend hinzu, dass immer mehr öffentlich geförderter Wohnraum aus der sogenannten Sozialbindung herausfalle, also teuer werde.

„Uns fehlt der Schub, dass neue Wohnungen nachrücken”, meint Kuckelkorn. Und einen solchen Schub kann sein Parteifreund Plum nirgendwo ausmachen. Nach seinen Angaben sinke auch die Zahl der erteilten Baugenehmigungen. „Es tut sich zu wenig auf dem Aachener Wohnungsmarkt”, meint Plum.

Die SPD habe deshalb einen Rahmenplan beantragt, „doch selbst den vergleichsweise kleinen Betrag von 50.000 Euro dafür wollte Schwarz-Grün im Haushalt nicht bereitstellen”. Dennoch sehen die Sozialdemokraten die Planungsverwaltung gefordert. „Wir brauchen einen Rahmenplan Wohnungsbau”, meint Norbert Plum. Die Verwaltung sollte sich nach Ansicht von Claus Hasse darum bemühen, Investoren anzulocken.

Für reizvoll halten die inzwischen den Bau von Studentenwohnungen angesichts der erwarteten Welle von Studierenden, nicht zuletzt ausgelöst durch den doppelten Abiturjahrgang im kommenden Jahr. Doch nicht nur die bräuchten bezahlbaren Wohnraum, sondern „ganz normale Familien auch”, betont Plum.

Deshalb sollte Investoren die Botschaft vermittelt werden, dass „Aachen auch attraktiv ist für den Geschosswohnungsbau”, sagt Claus Haase. Gerade da hake es nämlich, deshalb herrsche Handlungsbedarf.

Dass es solchen Handlungsbedarf auch in anderen Bereichen gibt, wissen auch die Sozialdemokraten. „Großprojekte sind wichtig”, betont Fraktionsvize Plum, „aber sie dürfen nicht den Blick verstellen auf die Arbeit im Kleinen.”
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