Aachen - „Der Winter hat uns fest im Griff”

„Der Winter hat uns fest im Griff”

Von: Heiner Hautermans
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Des einen Freud´, des anderen Leid: Die Rodelbahnen, etwa im Stadtpark, waren am Montag gut ausgelastet. Am Dienstag dürfte ein erneuter Ansturm erfolgen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die „Kehrmännchen” mussten Überstunden einlegen. In der Nacht zum Montag klingelten die Wecker für die Mitarbeiter des Stadtbetriebs noch früher als sonst: Dienstbeginn um 2 Uhr - Schneeeinsatz im großen Stil.

Allein in der Innenstadt wurden 100 Tonnen Salz und zehn Tonnen Granulat flächendeckend verteilt. Der schon für Sonntagnachmittag vorhergesagte Niederschlag setzte nämlich erst am Abend gegen 22.30 Uhr ein, in eher niedrigen bis mäßigen Dosierungen.

Doch die Flocken rieselten ohne Unterlass über rund 18 Stunden vom Himmel herab. Sichtbares Ergebnis bis Montagmittag: 12 Zentimeter Schneedecke. Und die wird uns, so die Auskunft der Wetterstation Aachen, für die nächsten Tage erhalten bleiben.

Was bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich aufgenommen wird. Kinder, Jugendliche und Wintersportbegeisterte genossen das Rodeln oder Skilanglaufen. Die entsprechenden Hänge und Wege im Stadtgebiet waren schon früh gut frequentiert, auch am Dienstag, am letzten Tag der Weihnachtsferien, dürfte das Bild wenig anders aussehen.

Für die Berufstätigen und anderen Verkehrsteilnehmer sowie Hausbesitzer dagegen begann der Montag eher ungemütlich. Schneeräumen war angesagt, langsame Fahrt über glatte Straßen oder Warten auf verspätete Busse.

Gut eingestellt

Doch die frühzeitigen Vorhersagen zahlten sich aus. Zwar dauerte alles etwas länger und kamen Tausende zu spät zur Arbeit oder zum vereinbarten Termin, doch alles ging ohne bleibende Schäden ab.

Polizeisprecher Paul Kemen: „Die Verkehrsteilnehmer haben sich gut auf die winterlichen Straßenverhältnisse und die daraus folgenden physikalischen Gegebenheiten eingestellt.” So lag die Zahl der Zusammenstöße in Stadt und Kreis Aachen mit 29 sogar unter dem üblichen Tagesschnitt. Dabei blieb es bis auf einen bei Blechschäden.

In der Elisabethstraße nämlich wurde eine ältere Frau bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw verletzt. Morgens war ein Auto am Europaplatz gegen die Leitplanken gerutscht, auf der Walheimer Straße kam es zu einem Auffahrunfall und auf dem Adalbertsteinweg wurde ein Auto von einem Räumfahrzeug im Einsatz touchiert. Rund 30 kleine und große Gefährte mit Schneepflügen waren die ganze Nacht und den ganzen Tag über unterwegs, um 1500 - nach unterschiedlichen Kategorien eingeteilte - Kilometer Straße vom gefrorenen Nass zu räumen, viele gar mehrfach.

In drei Dringlichkeitsstufen wurden zunächst die Abschnitte mit besonderer Verkehrsbedeutung von Schnee und Eis befreit, etwa Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen, aber auch Zufahrtsstraßen zu Krankenhäusern.

Danach die Verbindungs- und Wohnstraßen, am Ende die Anliegerstraßen, Bürgersteige, Überwege, Radwege, Treppenanlagen und Brücken. Das ging nicht immer ohne Geräuschbelästigungen für die Anwohner ab.

Die Aseag kam mit einem blauen Auge davon. Sprecherin Anne Linden: „Auf den Straßen war weniger los.” Zurückzuführen vermutlich darauf, dass die Schulferien noch andauerten und mancher Pendler einen freien Tag genommen hatte oder den fahrbaren Untersatz in der Garage ließ.

Auch an den klassischen Stellen, etwa dem Ronheider Berg, habe es keine Probleme gegeben: „Alles war schnell geräumt.” Morgens sei es allerdings zu Verspätungen bis zu 30 Minuten gekommen, vor allem im Kreisgebiet.

Während die Temperaturen am Montag noch vergleichsweise moderat waren, gab es in der Nacht einen Sturz ins Bodenlose, bis minus 10 Grad oder mehr in den Außenbezirken.

Udo ter Horst von der Wetterstation Aachen sagt für Dienstag „tolles Rodelwetter” voraus: Wenig Wind, Wolken und ein bisschen Sonne, kein Niederschlag. Am Mittwoch werde die Bewölkung dichter und der Wind stärker. Auch am Donnerstag bleibe es nachts bei knackigen Minusgraden: „Der Winter hat uns fest im Griff.”
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