Der Weg für neue Windkraftanlagen ist frei

Von: akai
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So könnte er aussehen, der Windpark Münsterwald am Ortsrand von Roetgen, aber auf Aachener Hoheitsgebiet. Montage: Horst Thomas

Aachen. Die Entscheidung über die Zukunft der Windkraft in Aachen rückt näher. Zur Debatte stehen vier weitere Windräder in Vetschau und sieben neue Windkraftanlagen im Aachener Süden, genauer gesagt im Münsterwald.

In den kommenden Wochen werden sich verschiedene Ausschüsse und Bezirksvertretungen damit befassen. Am 21. November wird der Rat dann eine endgültige Entscheidung über die „Änderung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen” fällen. Die Mehrheitskoalition im Rat, CDU und Grüne, halten die neuen Windparks für zumutbar.

Knapp hundert, teilweise sehr umfangreiche Eingaben gingen bei der Verwaltung ein, darunter waren auch Stellungnahmen von 21 sogenannten „Trägern öffentlicher Belange”, also Institutionen wie Stromnetzbetreiber oder Luftfahrtbundesamt.

Zur geplanten Flächenausweisung im Münsterwald wurden anlässlich verschiedener Hinweise aus der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Vorkommen streng geschützter Vogelarten, darunter auch Rotmilan und Schwarzstorch, ergänzende Freilanduntersuchungen durchgeführt.

Die im Oktober dieses Jahres abgeschlossene Studie hat die bisherigen Untersuchungsergebnisse bestätigt. Danach ist der Bau und Betrieb von Windkraftanlagen im Münsterwald mit dem Artenschutzrecht vereinbar. Die Untersuchung lief im Zeitraum von März bis Juni auf einer Gesamtfläche von circa 50 Quadratkilometern.

Als Ergebnis wurden die vorgesehenen Teilflächen, eine im Stadtbezirk Kornelimünster/Walheim im Bereich Münsterwald, eine weitere im Stadtbezirk Laurensberg im Bereich Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg sowie im Stadtbezirk Richterich im Bereich Alter Heerler Weg, teilweise verändert. „Wir haben einheitliche Kriterien entwickelt, harte und weiche Faktoren, anhand derer Flächen ermittelt wurden, die für die Windenergienutzung geeignet sind”, erläutert Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken.

Eine Änderung gab es im Münsterwald: Die Teilfläche östlich von der Bundesstraße 258 wurde verkleinert, um einen Abstand von 300 Metern zum Roetgener Naturschutzgebiet Vichtbachtal sicherzustellen.

Unter den Anregungen der Bürgerinnen und Bürger äußerten sich viele Gegner, aber auch viele Befürworter der Windenergie, denen die vorgesehenen Flächen nicht groß genug waren. „Das ist für uns ein Indiz, dass wir richtig liegen und einen Ausgleich gefunden haben”, so Nacken weiter.


Als zusätzliche Flächen wurden unter anderem Bereiche in Horbach, Eilendorf, Camp Hitfeld oder im Aachener Wald von Bürgern ins Gespräch gebracht. Sie kommen jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage: Meist sind sie zu klein (Horbach und eine Fläche in Eilendorf zwischen Autobahn 44 und Sebastianusstraße), sie gehören zum sogenannten „Allgemeinen Siedlungsbereich” (Camp Hitfeld), sie verursachen Artenschutzprobleme (Horbach) oder sie werden aufgrund der Innenstadtnähe sehr intensiv zu Erholungszwecken genutzt (Aachener Wald). Auch dem Wunsch nach Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Gewerbegebiet Avantis konnte nicht gefolgt werden. Bau- und planungsrechtliche Aspekte sowie die großen Investitionen in die Erschließung sind die Gründe, die dagegen sprechen.

Weitere Themen, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anregungen w beschäftigt haben, waren Natur- und Artenschutz, Landschaftsbild, Lärmbelastung und Schlagschatten. „Wir können jetzt sicherstellen, dass in den Windkraftpotenzialflächen keine unzumutbaren Belastungen auftreten werden”, erklärt Klaus Meiners, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Aachen.

Die Anlagen, die nach Inkrafttreten des geänderten Flächennutzungsplanes errichtet werden sollen, müssen ohnehin ein umfangreiches Genehmigungsverfahren durchlaufen und werden unter anderem auf Einhaltung der Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes geprüft.

Das gesamträumliche Planungskonzept für die Festlegung der Windkraft-Potenzialflächen sei mit der Bezirk- und Landesregierung inhaltlich abgestimmt worden, sagt Wiezorek. „Insgesamt haben wir einen großen Aufwand betrieben, um geeignete Konzentrationsflächen zu finden. Damit werden wir den berechtigten Schutzbedürfnissen von Mensch und Natur gerecht.”

Die vollständigen Unterlagen, die in den kommenden Wochen in den politischen Gremien beraten werden, sind ab sofort im Internet einsehbar.


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