Der Toilettentrakt ist nun ein Kunstwerk

Von: Jule Klieser
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Aachen. Sogar Schultoilettenräume können richtig schön sein, vor allem, wenn Schüler bei ihrer künstlerischen Gestaltung mitgewirkt haben. In der David-Hansemann-Schule sind vor den Herbstferien die Toiletten renoviert worden, und mit einem Graffiti-Projekt sind Schüler an deren Ausgestaltung beteiligt worden.

Drei Tage lang sprayten die Jugendlichen mit dem Aachener Graffiti-Künstler Lars Kesseler und lernten dabei einiges mehr als auf einen Spraydosenknopf zu drücken. Entstanden sind zwei farbige große Wandbilder und zwei Türbemalungen, die mit „H” und „D” auf die richtigen Eingänge hinweisen. „Es ist gut, wenn Schüler sich mit ihrer Schule und mit ihrem eigenen Kunstwerk identifizieren. Dann geben sie auch mehr Acht”, sagte Kesseler beim Abschluss der Sprayaktion.

Ein weiterer Vorteil von Graffiti-Kunst: die Schüler können sich legal mit der Sprühdose austoben. Wie beliebt diese Art von Kreativität bei Jugendlichen ist, weiß Referendarin Rixa Theimer-Totzek, die das Projekt an der Schule begleitete. „Die Schüler mussten sich für das Projekt bewerben, weil so viele daran teilnehmen wollten.” Im Workshop gab es aber nur neun Plätze.

Mit Kesseler, dem „Urgestein” in Sachen Graffiti, kamen die Zwölf- bis 15-Jährigen voll auf ihre Kosten. Spaß am Sprühen ist das Eine. Der Umgang mit der Farbe will allerdings gelernt sein. Es gibt viele verschiedene Sprayköpfe für die Dosen, je nachdem, was man malen will. Die Dämpfe der enthaltenen Lösungsmittel sind auch nicht so angenehm. Deshalb müssen die Jugendlichen Atemschutzmasken tragen und arbeiten nicht zu lange an einem Stück.

Probleme des illegalen Sprayens

So ein Wandgemälde will geplant sein. „Ich gebe den Kindern nicht einfach nur eine Dose in die Hand”, erläuterte Kesseler. Die Schüler sollen den Umgang mit der Farbe lernen, auch von den Gefahren. Außerdem sollen sie erfahren, welche Probleme illegales Sprayen mit sich bringt. Der 39-jährige Graffiti-Spezialist spricht aus Erfahrung, denn er war in seiner Jugend selbst ein „Illegaler”, der seine Kunst an diversen Orten ausübte - ohne Einverständnis der Wandbesitzer.

Dass den Wandgemälden im Toi­letten-Trakt der Schule Entwurfsarbeit mit Skizzen auf Papier vorausgegangen ist, kann man sehen. Vor allem der riesige, grinsende Frosch im Anzug ist gut gelungen. Von der Wand gegenüber schaut ein Hirsch mit Frauenkopf herab - alles mit klaren Konturen im Graffiti-Stil. Die Namen der jugendlichen Künstler hat Kesseler ebenfalls verewigt.
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