Aachen - Der Tivoli-Vorplatz wird ein teurer Spaß

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Der Tivoli-Vorplatz wird ein teurer Spaß

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Er wird schön, aber auch sehr viel teurer als erwartet: Zwischen Krefelder Straße und neuem Stadion baut die Stadt den Vorplatz für den Tivoli (im Vordergrund). Die Politik stimmte den Mehrkosten nur zähneknirschend zu. Foto: Avia-Luftbild Aachen Martin Jochum

Aachen. In der jüngsten Ratssitzung zeigten sich die Politiker alles andere als begeistert: Erneut teilte die Verwaltung mit, dass der Bau des Tivoli-Vorplatzes teurer wird als geplant.

Im August vergangenen Jahres musste finanziell nachgebessert werden, weil man sich schlicht verrechnet hatte, diesmal ging es um „Mehrbedarf”, weil sich die Kosten auf gleich mehreren Positionen erhöht hatten. Hoch und heilig hat die Verwaltung nun versprochen, dass es keine zusätzlichen Geldforderungen geben wird.

Der Vorplatz soll ein richtig schönes Entree für den neuen Tivoli werden, und deshalb wurde auch von Anfang an Wert auf eine etwas gediegenere Ausstattung gelegt.

Die kostet, was man wohl ein wenig übersehen hatte: Die Stadt legte seinerzeit 120 Euro pro Quadratmeter zugrunde, musste dann aber auf 185 Euro erhöhen - „ein bedauerlicher Fehler”, wie den Ratspolitikern seinerzeit erklärt wurde. Dabei ist das, was vor dem Tivoli geschieht, immer noch „mittlerer Standard”, denn die Herrichtung zum Beispiel des Bahnhofsvorplatzes, hat, so die Beigeordnete Gisela Nacken, 225 Euro gekostet.

Nach den neuen Berechnungen hätten die Baumaßnahme an der Krefelder Straße nicht mehr 4,5, sondern 5,5 Millionen Euro kosten sollen (Anteil Alemannia: 1,5 Millionen Euro), doch dann wurde es Mai 2009, und es fehlten weitere 570.000 Euro.

Im Rat wurde der Nachschlag zwar genehmigt, weil man keinen Baustopp riskieren wollte, aber ohne jede Freude. Bei der FDP hieß es, bestimmte Kostenentwicklungen seien „nicht nachvollziehbar, so kann das nicht weitergehen”. Der Vertreter der Linken sah seinen „Lokalpatriotismus” zum wiederholten Mal missbraucht, und die CDU ärgerte sich darüber, dass nun wieder an anderen Projekten gespart werden müsse, konkret: am Straßenausbau in den Außenbezirken.

Beruhigt wurden die Volksvertreter mit dem Hinweis, immerhin 350.000 von den 570.000 Zusatz-Euro könnten dadurch beschafft werden, dass man am Tivoli auf Schilderbrücken verzichte, weil sie nach neueren Erkenntnissen nicht mehr benötigt würden. Geplante 150.000 Euro für die Breitbendenstraße und 70.000 Euro für die Schwinningstraße müssen aber in der Tat vorläufig zurückgehalten werden.

CDU-Fraktionschef Harald Baal zum immer teurer gewordenen Vorplatz, insbesondere zu der fehlerhaften Berechnung aus dem Vorjahr: „Das passiert, wenn große Projekte unter Zeitdruck durchgeprügelt werden. Irgendwann geht die Kontrolle flöten.”

Gründe der Mehrkosten

Die aktuellen Mehrkosten haben laut Verwaltung folgende Ursachen: Erweiterung der Fläche im Randbereich „aus gestalterischen und funktionalen Gründen”; zusätzliche Bodenaustausch- und Entwässerungsmaßnahmen; Entsorgung von aufgetauchtem Bauschutt; Anpassung der Beleuchtung; zusätzliche Gutachterkosten in Sachen Regenrückhaltung.

Derweil hat sich zwischen Stadt und Alemannia ein schöner Streit entwickelt. Es geht ums Trinken - der Verein will offensichtlich zum Einwegsystem zurückkehren, die Stadt will weiter den Mehrweg. Folgerichtig hat der zuständige Ausschuss jetzt beschlossen, dass auf städtischem Gelände, also auf dem Vorplatz, unbedingt die alte Regelung gilt.
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