Aachen - Der SV Neptun will Alt-Küpers zurückziehen

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Der SV Neptun will Alt-Küpers zurückziehen

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Rückzug: Die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Schwimmverband und dem SV Neptun Aachen soll künftig ohne Mitwirkung von Hans Alt-Küpers gestaltet werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In der Auseinandersetzung um die Rettung des Aachener Bundesstützpunktes der Wasserspringer zeigt sich der SV Neptun gegenüber dem Deutschen Schwimmverband (DSV) kompromissbereit. So will sich der ins Kreuzfeuer der DSV-Kritik geratene Neptun-Funktionär Hans Alt-Küpers, Abteilungsleiter Springen, bis 2012 von seinem Amt zurückziehen.

Außerdem soll die frühere Neptun-Topspringerin Doris Pecher den Bundesstützpunkt in Aachen leiten. „Die Zusammenarbeit zwischen dem DSV und dem SV Neptun wird ohne Mitwirkung von Hans Alt-Küpers gestaltet”, heißt es in der Ergebnisniederschrift eines Gesprächs, an dem in Düsseldorf neben Vertretern des SV Neptun und der Stadt Aachen auch Mitarbeiter des Schwimmverbandes NRW, des Landessportbundes NRW, des Olympiastützpunktes Rheinland und des Landesinnenministeriums teilgenommen haben.

„Wir sind auch in Bezug auf den Einsatz der Nachwuchs-Bundestrainerin Anne-Kathrin Hoffmann am Landesleistungsstützpunkt Aachen bis zu einem Punkt gegangen, den einige unserer Vorstandsmitglieder eigentlich nicht mehr akzeptieren wollten”, unterstreicht Gisela Kiefer vom SV Neptun, Schwester der verstorbenen früheren Aachener Bundestrainerin Ulla Klinger.

Im Gegenzug bestehen die NRW-Institutionen samt dem Aachener Verein darauf, dass die Zusammenarbeit am Aachener Bundesstützpunkt mit dem SV Neptun erfolgt.

Damit wäre der vom Neptun abgespaltene neue Wasserspringerclub Städteregion Aachen (WSC) mit vielen Kaderathleten aus dem Rennen. Sowohl der DSV als auch der WSC wollen mit dem in Ungnade gefallenen Alt-Küpers nicht mehr zusammenarbeiten. Der DSV forciert deshalb die Stilllegung des Bundesstützpunktes, der WSC hofft, die Rolle des SV Neptun übernehmen zu können, zumal die Jugend-Bundestrainerin Hoffmann für den formal noch nicht existierenden Club bereits in den Startlöchern hockt.

Der WSC-Vorstand will die Entwicklung in aller Ruhe abwarten. „Der Bundesstützpunkt muss in Aachen bleiben, alles andere ist zwei- und drittrangig”, sagt Vorsitzender Norbert Luffy.

Derweil bezeichnen die Neptun-Verantwortlichen Forderungen, Alt-Küpers „als demokratisch gewählten Abteilungsleiter” ganz aus seinem Amt zu drängen, „als völlig inakzeptabel”. Ihm werde, so Okyay Kasaci, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes, „konkret nichts vorgeworfen. Aus unserer Sicht hat er sich überhaupt nichts zu Schulden kommen lassen”.

Oberbürgermeister Marcel Philipp bewertet den Kompromissvorschlag zwar als ersten, richtigen Schritt, erwartet aber vom SV Neptun nach wie vor eine „neutrale Personallösung” auf der Führungsebene. „Außerdem muss der Verein konkretisieren, wie der Rückzug von Hans Alt-Küpers aussehen soll, welche Rolle er beispielsweise künftig noch vor Ort spielen soll”, sagt der OB. Wenn das klar sei, könne die Stadt mit dem DSV in Verhandlungen treten: „Dazu bin ich dann gerne bereit.”

Momentan ist jedoch zunächst der DSV am Zug: Er muss sich nun zu den Kompromissvorschlägen des SV Neptun äußern. Mit einer Reaktion wird in Aachen nach der Schwimm-Europameisterschaft gerechnet, da die maßgebenden DSV-Funktionäre derzeit in Budapest andere Probleme bewältigen müssen als die die Frage nach der Zukunft des Bundesstützpunktes in Aachen. Laut Neptun ist der Stützpunkt der Springer-Elite vorerst bis 2012 gesichert.
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