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Der städtische Personalbedarf ist weiter groß

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Gute Leistung braucht ausreichend Personal: Gemäß dieser Erkenntnis setzt die Stadt ihren im vergangenen Jahr eingeschlagenen Weg fort und stockt weiter auf.

Während vor Jahren kaum eine öffentliche Aufgabe vor einer Privatisierung sicher sein konnte, gibt es nun wieder den umgekehrten Trend. Unter anderem will die Stadt auch viele Ingenieurleistungen wieder aus eigener Kraft erledigen, statt sie fremd zu vergeben.

Günstiger sei das allemal, haben Vergleichsberechnungen der Verwaltung ergeben, die am Donnerstag sowohl den Planungspolitikern als auch dem Personalausschuss vorgelegt wurden. Das Beispiel von der Sanierung einer Schultoilette führt besonders drastisch vor Augen, wie unwirtschaftlich externe Dienstleistungen sein können: 21.000 Euro hat ein Ingenieurbüro als Honorar in Rechnung gestellt, fürs gleiche Geld hätte ein eigener Mitarbeiter gleich noch eine weitere Anlage sanieren können.

Eigenes Know-how nötig

Auch beim Straßenbau könnte mit eigenen Ingenieuren viel Geld gespart werden. Wichtig auch: nur mit eigenem Know-how können die Planungen externer Büros sachgerecht geprüft werden. Und so gibt es derzeit keinen Politiker, der sich neuen Stelleneinrichtungen widersetzen wird. Wie viele Ingenieure letztlich eingestellt werden sollen, muss allerdings noch genauer untersucht werden.

Der Bedarf an neuen Kräften ist aber auch in anderen Bereichen weiter groß: Für insgesamt 31 neue Stellen haben die Politiker in der Sitzung am Donnerstag grünes Licht gegeben, darunter sind acht neue Ordnungskräfte, fünf Feuerwehrleute, elf neue Kollegen, die sich künftig um den Unterhaltsvorschuss kümmern werden und ein Planer, der sich ausschließlich mit den Spielplätzen der Stadt befassen soll.

Bedeutsamster Punkt aus Sicht der schwarz-roten Ratsmehrheit sind aber die viereinhalb neuen Stellen für den Bürgerservice und die Bezirksämter. Ziel sei es, die Wartezeiten für die Bürger deutlich zu verkürzen und die Zufriedenheit der Beschäftigten zu verbessern, betont die personalpolitischer Sprecherin der CDU, Elke Eschweiler. Gemeinsam mit der SPD hat ihre Partei ein ganzes Paket in Auftrag gegeben, mit dem das städtische Dienstleistungsangebot auch in den Bezirken ausgebaut werden soll.

Man wolle damit nicht in die Zeiten vor der Gemeindereform 1972 zurückfallen, betont Eschweiler. Stattdessen gehe es um den Ausbau einer modernen Verwaltung mit digitalisierten Akten und neuen Online-Dienstleistungen, wie Personalausschussvorsitzende Daniela Lucke (SPD) ergänzt. So sollen die Aachener etwa ihre Anträge auf Wohngeld oder Grundsicherung in Zukunft nicht mehr nur in bestimmten Ämtern, sondern je nach Vorliebe in allen Stadtbezirken stellen können.

In den kommenden zwei Jahren sollen auch die Bezirksämter Rich­terich, Kornelimünster/Walheim und Laurensberg auf den neuen Standard gebracht werden, wie er schon in Brand, Eilendorf und Haaren geschaffen wurde – barrierefrei zugänglich und mit modernster Technik ausgestattet. Auch Terminals sollen installiert werden für alle jene, die zu Hause keinen PC haben.

Wer ortsnah seinen Verwaltungsgang erledigen könne, erspart sich den Weg zu den beiden Bürgerservicestellen in der Innenstadt, sind Eschweiler und Lucke überzeugt. Lange Warteschlangen im Bürgerservice sollen somit Seltenheitswert kriegen. Dank der Aufstockung des Personals könnten künftig auch mehr Termine ganz ohne Wartezeiten vereinbart werden.

Das Prinzip der „Dezentralisierung“ soll auch vor dem Stadtbetrieb nicht Halt machen. Auf Wunsch von Schwarz-Rot sollen die Stadtbezirke einen festen Ansprechpartner kriegen, der sich etwa um schnelle Aufräum- oder auch Mäh- und Pflanzarbeiten kümmert. Für ein schöneres Ortsbild sollen die Stadtbezirke jährlich Leistungen im Wert von zusätzlich 70.000 Euro beim Stadtbetrieb abrufen können.

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