Der Sprung ins kühle Nass wird künftig teurer

Von: Holger Richter
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Die Wassergymnastik und Aquafitnesskurse der Stadt – wie hier in der Ulla-Klinger-Halle – sind sehr stark nachgefragt. Nach der neuen Entgeltordnung sollen sie drastisch teurer werden. Foto: Heike Lachmann
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Sportamtsleiterin Petra Prömpler, Abteilungsleiter Karlheinz Welters und Hausherr Willem Vincken (von links) erläutern in der Ulla-Klinger-Halle die neuen Preise für die Nutzung der städtischen Schwimmbäder. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Gründe sind vielfältig, die Auswirkungen zum Teil drastisch, aber – wie Petra Prömpler, betont – auf lange Sicht unumgänglich. Andernfalls könnte die Schließung eines städtischen Schwimmbades drohen. „Und in diese Situation wollen wir erst gar nicht kommen“, sagt die Leiterin des städtischen Fachbereichs Sport.

Also hat ihr Sportamt eine neue Entgeltordnung für die Benutzung der städtischen Sportstätten und Schwimmbäder erarbeitet, die kommende Woche erstmals im Sportausschuss beraten und im Januar vom Rat beschlossen werden soll. Fazit: Das Schwimmen, Plantschen und Baden sowie die Teilnahme an Schwimmkursen oder Aquafitness und das Geburtstagsschwimmen soll teurer werden.

Notwendig geworden sei die Anpassung des Entgelts durch mehrere Faktoren: Gestiegene Energie- und Personalkosten, die Einbeziehung des Kurssystems und Vereinheitlichungen, zählt Prömpler auf. Aber natürlich auch „die Situation des städtischen Haushalts und die Sanierungskosten des Freibades Hangeweiher, die auf uns zukommen“, sagt die Amtsleiterin, die einräumt, damit in einem Dilemma zu stecken. „Es darf für die Bürger nicht zu teuer werden, wir müssen aber auch den Haushalt im Auge behalten.“ Diesen Spagat gehen Prömpler und ihr zuständiger Abteilungsleiter Karlheinz Welters so an: Alle Aachener Sportvereine, die die Schwimmhallen nutzen, dürfen dies weiterhin entgeltfrei tun. Auch die Nutzung für Kinder unter sechs Jahren bleibe kostenfrei. Zudem würden Entgelte für finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche gar nicht oder nur minimal angehoben, zählen Prömpler und Welters auf. „Finanziell benachteiligte Kinder, die etwa einen Aachen-Pass haben zahlen nach wie vor einen Euro. Und das Ferienticket bleibt auch unverändert bei 20 Euro“, so Prömpler.

Geringere Rabatte

Dafür würden künftig einige Rabattierungen bei Bonus- und Dauerkarten geringer ausfallen und vor allem die Entgelte für Kurse mitunter deutlich steigen. „Wir werden uns die starken Rabatte so nicht mehr leisten können“, sagt die Amtsleiterin. „Aber verglichen mit anderen Schwimmbädern in der Städteregion sind wir immer noch günstig.“

Die Verwaltung erwartet durch die Preissteigerung Mehreinnahmen im ohnehin defizitären Schwimmbadbetrieb von 160 000 Euro – „konservativ gerechnet“, wie Karlheinz Welters sagt.

Konkret soll der Basistarif für Erwachsene von 3,30 auf 3,50 Euro und für Kinder ab sechs Jahren sowie sonstige Ermäßigte von 2,20 auf 3,50 Euro steigen. Dass die Jugendlichen hier mit einer Preissteigerung von 13,6 Prozent stärker belastet werden als die Erwachsenen (6 Prozent), begründet Prömpler auch mit einer technischen Umstellung auf „glatte 50-Cent-Beträge, die auch besser mit den Bonuskarten abzurechnen sind“. Bei den Bonus- (10 Prozent) und Bonus-Plus-Karten (25 Prozent) fällt die Steigerung bei Erwachsenen und Ermäßigten zwar gleich, dafür aber auch drastischer aus. Umgerechnet auf den Einzelbesuch schlägt eine Bonuskarte künftig bei Erwachsenen mit 3,30 Euro (vorher 3 Euro) und bei Ermäßigte mit 2,20 Euro (2 Euro) zu Buche, bei der Bonus-Plus-Karte steigt der Einzelbesuch von 2,40 auf 3 Euro (Erwachsene) sowie von 1,60 auf 2 Euro (Ermäßigte).

Deutlich teurer werden die Kurse, wobei künftig die Basiskurse 20 statt bisher 15 Stunden umfassen und nun auch – anders als zuvor – den Eintrittspreis beinhalten, wie Prömpler und Welters betonen.

Auf die Einzelstunde berechnet ist die Preissteigerung dennoch mitunter exorbitant. Zwei Beispiele: Ein Schwimmkursstunde in der Gruppe für Kinder ab sechs Jahren kostet derzeit noch 3 Euro (ohne Eintritt), künftig soll sie (mit Eintritt) 6,50 Euro kosten. Und die stark nachgefragte Wassergymnastik steigt je Einheit gar von 1 Euro (ohne Eintritt) auf 5 Euro (mit Eintritt). „Damit liegen wir aber immer noch unter dem Preis anderer Anbieter“, sagt Petra Prömpler, die die erarbeitete Preisgestaltung „für machbar und sinnvoll“ hält. Ob das Aachens Politiker genauso sehen, wird sich am Donnerstag, 4. Dezember, im Sportausschuss zeigen.

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