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Der Sportentwicklungsplan für Aachen wird vorgestellt

Von: Martina Stöhr
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Fundierte Informationen: Professor Volker Rittner und Diplomsozialwissenschaftler Holger Fuhrmann (rechts) präsentierten im Ballsaal des Kurhauses den Sportentwicklungsplan für die Stadt Aachen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Wenn jemand das Prädikat Sportstadt verdient, dann steht Aachen in erster Reihe.” Das sagte Professor Volker Rittner von der Deutschen Sporthochschule in Köln und bezog sich dabei auf den frisch erstellten Sportentwicklungsplan für die Stadt Aachen.

Der gibt Aufschluss darüber, wie sportlich die Aachener sind und wo es in der Stadt an sportlichen Angeboten oder Möglichkeiten mangelt. Fast 50 Handlungsempfehlungen für den kommunalen Sport sind schließlich formuliert worden.

In einer Podiumsdiskussion im Ballsaal des alten Kurhauses hatten jetzt Vertreter der Vereine, am Projekt Beteiligte und interessierte Aachener Gelegenheit, sich mit den Ergebnissen des Sportentwicklungsplans und den daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen vertraut zu machen.

So soll etwa eine Reihe von Maßnahmen dafür sorgen, dass Jungen und Mädchen schon von Kindesbeinen an in den Kitas in Bewegung gebracht werden. Radwege erweitern, für wohnortnahe Sportangebote in Grünanlagen und Parks sorgen und die Sporthallen attraktiver gestalten und optimal nutzen, sind weitere Empfehlungen, die sich aus den gewonnenen Erkenntnissen ableiten lassen.

„Der Sportentwicklungsplan liefert die Voraussetzung für eine aktive und kreative Kommunalpolitik mit neuen Planungskonzepten”, führte Rittner aus. Er registriert einen neuen Sportbegriff: Neben dem Wettkampfsport bekommen auch Breitensport und Erlebnissport eine immer größere Bedeutung. So treiben 80 Prozent der Aachener Sport, 80 Prozent von ihnen tun das auf eigene Faust, so die Erkenntnisse des Sportentwicklungsplans.

Die Zahlen zeigen, dass die Aachener im Vergleich zu anderen Kommunen sehr sportlich sind. An erster Stelle stehen Laufen, Joggen, Walken und Radfahren. Der Vereinsport dagegen hat längst nicht mehr die Bedeutung wie früher.

Nur ein Drittel der Aachener Sportler sind im Verein aktiv. Kommerzielle Einrichtungen aber erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: So gehen 25 Prozent der Sportlerinnen und Sportler in ein Fitnessstudio.

Und die Senioren kommen immer besser in Form. Viele sind auch noch mit über 60 sportlich aktiv. Zunehmend entdecken auch Frauen, auch ältere, den Sport für sich. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung des Hochschulsports: zehn Prozent sind hier aktiv.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollten vor allem auch bei der Gestaltung von Grünflächen und Parkanlagen berücksichtigt werden, riet Diplomsozialwissenschaftler Holger Fuhrmann von der Sporthochschule Köln, der die Ergebnisse des Sportentwicklungsplans erläuterte. Die Sportler sollten Möglichkeiten bekommen, in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung sportlich aktiv zu werden.

Nicht nur die Stadtplanung, sondern auch die Vereine sollten sich auf die neue Situation einstellen, so der Tenor bei der anschließenden Podiumsdiskussion und den anschließenden Fragen aus dem Publikum. Denn die Vereine hätten in Zukunft nur dann eine Chance, wenn sie den veränderten Bedürfnissen der Sportler gerecht würden.

Doch hier mangelt es zum einen an geeigneten Sportstätten, meinen die Vereine, zum anderen aber auch an ehrenamtlichen Helfern. Die Ausbildung von neuen Übungsleitern könnte der richtige Handlungsansatz sein. Ebenso die Beteiligung am Offenen Ganztagsangebot in den Grundschulen und die Unterstützung des Bewegungsangebotes in den Kitas.
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