Aachen - Der SPD platzt der Kragen

Der SPD platzt der Kragen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Deutsche Annington bewirtschaftet etwa 650 Wohneinheiten in der Siedlung Preuswald. Hier kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Beschwerden der Mieter. Foto: Harald Krömer

Aachen. Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte das Thema Preuswald im vergangenen Oktober die Angelegenheit zur Chefsache erklärt. Schließlich liegen bereits seit seit zwei Jahren fraktionsübergreifende Anträge auf dem Tisch des Planungsausschusses mit dem Ziel, das schwieriger werdende soziale Umfeld in der Siedlung Preuswald zu stabilisieren.

„Da passiert seit zwei Jahren nichts”, wetterte am Donnerstag der planungspolitische Sprecher der SPD, Norbert Plum. Weil dass alles nicht so weitergehen könne, wolle er zu der von allen Seiten befürworteten Zukunftswerkstatt Preuswald endlich einen Beschluss haben. Die Lage im Preuswald sei prekär, darüber herrschte Einigkeit im Ausschuss. Man müsse dringend „die Revitalisierung” dieses Viertels in Angriff nehmen.

Das meinen zwar die Grünen mit ihrem Sprecher Michael Rau ebenso. Doch gerade die einstigen Kämpfer aus basisorientierten Bürgerinitiativen tun sich schwer mit dem Thema Preuswald. Eine richtige „Zukunftswerkstatt”, so wie man sie aus dem Frankenberger Viertel oder auch von Rothe Erde kenne, sei im Preuswald nicht das richtige Instrument, hieß es, zumal man den großen Wohnungseigentümer im Preuswald, die Deutsche Annington, mit im Boot haben müsse. Die Grünen argumentieren, man müsse sich zunächst nochmals mit allen an einen Tisch setzen, um einen Plan hinzubekommen. Martina Hörmann dazu: „Sonst kommen wir in eine Dynamik, die dann nicht mehr zu steuern ist.”

„Welche Dynamik nach zwei Jahren Nichtstun?”, fragte sich da nicht nur Hans-Dieter Schaffrath für die Aachener Bürgerliste, da bleibe nur Frust. FDP-Mann Klaus Vossen bemerkte, neben dem Großbesitzer Annington (650 Wohnungen) gebe es noch eine Menge von kleinerem Wohneigentum, wie etwa Einfamilienhäuser. Sie alle hätten ein Recht, ihre Interessen bei Planungen für dieses Viertel einzubringen. Ähnliches meinte der Linke Andreas Müller und auch die CDU schien mit Sprecherin Maike Schlick eher auf der Seite derjenigen zu stehen, die jetzt endlich mal Dampf machen und loslegen wollen.

„Skandalöses Verhalten”

„Das Verhalten der Grünen ist skandalös”, schimpfte SPD-Mann Plum noch mal, SPD-Ratsherr Claus Haase wies auf die Lage der Grundschule und der dortigen Kita hin, alles Einrichtungen, die mit viel Engagement geführt würden und Unterstützung bräuchten. Schließlich lenkten auch die Grünen ein und sperrten sich nicht gegen den Auftrag an die Verwaltung, „in der nächsten oder spätestens übernächsten Ausschusssitzung” den offiziellen Beschluss für eine Bürgerbeteiligung unter dem Titel „Zukunftswerkstatt Preuswald” zu fassen.

Bis dahin müsse der Fachbereich Wohnen die Inhalte vorbereiten, alle Beteiligten sollen bis dahin nochmals an einen Tisch. Den Kompromiss zimmerte der „Pirat” Thomas Gerger zusammen, erfrischend dabei seine undogmatische Art.

Hinter verschlossenen Türen ging es am Ende in nichtöffentlicher Sitzung nochmals um die Zukunft des Preuswalds. Als eine Möglichkeit, den sozialen Mix in der rund 2000 Menschen umfassenden Siedlung zu verbessern, schlug die Verwaltung vor, zusätzliche Flächen in der grenznahen Siedlung für die Bebauung mit Einfamilienhäusern freizugeben. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, dass am Ende Konsens herrschte, dass das Problem Preuswald nun angepackt werde.
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