Der Prinz spricht akzentfrei Platt

Von: Georg Dünnwald
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Da scharen sich das Gefolge und die Kindergartenkinder gerne um Märchenprinz Paul II..

Aachen. Pratschjeck sind sie alle, Jungen wie Mädchen. Pünktlich um 15 Uhr ist Abfahrt zur Dienstagstour des Aachener Märchenprinzen Paul II. (Wilhelmi), seines zwölfköpfigen Hofstaats, der ausschließlich aus Mädchen bestehenden Prinzengarde und seines Tanzpaars.

Wieder dürfen sich Kindergartenkinder und ältere Herrschaften in Seniorenheimen auf den Besuch der Aachener Kindertollität freuen. Und sie freuen sich sehr. In der Kindertagesstätte von St. Jakob am Mühlenberg ist die Spannung groß. Selbst die Kleinsten, die U-Dreijährigen, warten mit Ungeduld auf den Kindernarrenherrscher.

Endlich! Zum Akika-Marsch marschieren Paul II. und sein närrisches Gefolge ein und spulen mit viel Enthusiasmus ihre Show ab. Das kommt an, die Spannung löst sich bei den ganz kleinen Kindern, aufgeregt hören sie jetzt zu, klatschen in die Hände und singen im Takt mit. Und gucken fasziniert dem Tanzpaar Mona Strack und Lea Matthies und der Prinzengarde zu, wenn getanzt wird.

Dieses Jahr läuft es wunderbar rund: Hofmarschall Tim Führen, der im vergangenen Jahr Märchenprinz Tim I. war, sagt mit deutlicher Stimme die Nummern an, ebenso sicher und deutlich ist Paul II. Sogar das Öcher Platt beherrscht er aus dem Effeff und vor allem richtig betont und akzentfrei. „Das habe ich vom Opa gelernt“, sagt der Zehnjährige. Und guckt dabei stolz seinen Großvater Alwin Napieralski an, der mit im Bus mit auf Tour ist. Napieralski, ein alter karnevalistischer Haudegen, der im AKV mitarbeitet und bei den Jonge vajjen Beverau dabei war, hat dem Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Laurensberg offensichtlich das Talent für Fastelovvend vererbt.

Paul ist nicht der einzige aus der Familie Wilhelmi, der in der jecken Kinderschar dabei ist. Seine Zwillingsschwester Marie ist Mitglied der Garde, sein sechsjähriger Bruder Leonhard einer seiner Pagen. Leider geht es an diesem Tag Marie nicht so gut. Sie setzt einen Tag aus, damit sie am Karnevalssonntag, beim Kinderumzug, auf jeden Fall mit dabei ist, wie Paul erzählt. Er findet es cool, Kinderprinz zu sein, „und auch im Mittelpunkt zu stehen“.

Im Kinderkarneval ist er bereits ein alter Hase. „Jetzt bin ich zum fünften Mal dabei“, lautet seine Auskunft. Schade findet Paul es, sich jetzt im Endspurt zu befinden. „Die Zeit war wahnsinnig schön“, sagt er und bedauert, dass der nahende Sonntag, der sein Tag sein wird, nicht mehr weit entfernt ist. „Von mir aus könnte es auch noch weitergehen“, sagt Paul und nickt dabei im Bus seiner Mutter zu. Denn Sandra Wilhelmi ist fast immer mit auf Tour.

So natürlich wie Paul im Gespräch mit dem „Nachrichten“-Reporter ist, so natürlich ist er auf der Bühne. Bei den Senioren kommt sein Platt sehr gut an. Das verstehen sie. Und sind gerührt von Pauls Leistungen und selbstverständlich denen seines Hofstaats, der Garde und des Tanzpaars.

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