Aachen - Der Parkdruck wächst täglich

AN App

Der Parkdruck wächst täglich

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
oppenhoff_bu1
Da sollen sie hin: Gaby Breuer (CDU) und Roland Jahn (Grüne) sind dafür, nun auch das Frankenberger Viertel so schnell wie möglich mit Anwohnerparkbereichen auszustatten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Vor zwölf Jahren noch gab es einen Aufstand bei dem Thema, nun unternimmt Schwarz-Grün einen neuen Anlauf, auch im Frankenberger Viertel das Bewohnerparken einzuführen.

Begründung: Mittlerweile werde dieses Stück Aachen von geradezu unerträglichem Parkdruck heimgesucht, zum anderen seien die Rahmenbedingungen fürs Bewohnerparken heute von ganz anderer Güte als noch zum Ende des vorigen Jahrhunderts. Daher erwarten die Initiatoren diesmal auch keinen großen Krawall, obwohl sich die Kneipendichte kaum geändert hat - nicht zuletzt viele Wirte und andere Gewerbetreibende standen der Idee seinerzeit sehr skeptisch gegenüber.

Gaby Breuer, verkehrspolitische Sprecherin der CDU, und Roland Jahn, Vorsitzender des Verkehrsausschusses (Grüne), erklärten am Donnerstag vor Ort, im Viertel habe in Sachen Parkerei ein gewaltiger Verdrängungsprozess eingesetzt. Dies deswegen, weil das ganze Gebiet inzwischen eingekesselt sei von Bewohnerparkzonen. Effekt: Immer mehr Autofahrer versuchen, in der Gegend um Oppenhoffallee und Bismarckstraße, Augustastraße und Viktoriaallee ihre Wagen abzustellen, weil es dort nichts kostet. Mit natürlich unangenehmen Folgen für die ansässige Bevölkerung.

Prioritätenliste

Das will Schwarz-Grün ändern. Bereits in der kommenden Ratssitzung in der kommenden Woche wird ein Antrag eingebracht, mit dem das Projekt auf den Weg gebracht werden soll. Das Problem: Die Stadt Aachen arbeitet sich bei der Installation neuer Anwohnerparkbereiche mit Hilfe einer Prioritätenliste vor, und da steht das Frankenberger Viertel nicht drauf. Geplant sind bis Ende 2012 die neuen Zonen T (Thomashofstraße), N (Nizzaallee) und E (Elsa-Brändström-Straße).

Da jeweils ein Haufen Geld investiert werden muss, vor allem wegen der Parkscheinautomaten, gibt es zurzeit keine Haushaltsmittel fürs Frankenberger Viertel - genau dies wollen CDU und Grüne mit ihrem Vorstoß ändern. So sollen jetzt zusätzliche Gelder locker gemacht werden, um parallel zu den bereits beschlossenen Zonen aktiv werden zu können. Dies sei auch deswegen vernünftig, weil man die anfallenden Kosten schnell wieder hereinbekomme, in Form von Gebühren (der Ausweis für Anwohner kostet 30 Euro pro Jahr) und Einnahmen an den Automaten. Allerdings, so Jahn, gehe es in keinster Weise darum, für die Stadt zusätzliche Finanzquellen anzubohren.

Absicht sei, eine „faire Methode” zu finden, bei den Stellplätzen Angebot und Nachfrage wenigstens halbwegs unter einen Hut zu bekommen. Schon seit längerem sei zu beobachten, dass immer mehr Pendler das Frankenberger Viertel nutzten, um kostenlos ihr Auto zu deponieren und dann in Richtung Innenstadt auszuschwärmen, wo die Arbeitsstätten liegen. Für die Anwohner verschärfe das die Situation immer mehr, „für die ist das wirklich nicht so prickelnd”.

Hingewiesen wurde darauf, dass die neue Parkzone O (wie Ostviertel) ein voller Erfolg sei, trotz anfänglicher Bedenken. Zwar sei es nicht Aufgabe der Stadt, jedem Autobesitzer einen Parkplatz zu besorgen, aber für einen geregelten Ablauf der Dinge sei man schon zuständig. Schwarz-Grün hofft denn auch, im Frankenberger Viertel ebenfalls auf hinreichende Akzeptanz zu stoßen, die Einsicht in die Sinnhaftigkeit des Bewohnerparkens sei gestiegen. Anders wird es auch nicht funktionieren, denn beim letzten Mal - siehe oben - scheiterte das Unternehmen am vehementen Widerstand der Frankenberger.

„Mit Sicherheit”

Gaby Breuer vermutet: „Auch diesmal wird es mit Sicherheit Diskussionen geben”, allen Beteiligten könne man nie gerecht werden. Dennoch könne man davon ausgehen, dass in einem Stadtteil, in dem es kaum (Tief-)Garagen gebe, das große Umdenken eingesetzt habe.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert