Aachen - „Der opjewärmde Duede” feiert eine exzellente Premiere

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„Der opjewärmde Duede” feiert eine exzellente Premiere

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
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Beste Unterhaltung: Das Aachener Heimattheater erhielt viel Applaus für sein neues Stück „Der opjewärmde Duede”. Rolf Bresser (r.) scheint die Titelrolle wie auf den Leib geschnitten.

Aachen. Mit zunehmendem Alter stellen sich gemeinhin auch die einen oder anderen Wehwehchen ein: „Jalleping”, „Därmkolik”, „Douvigheät” und wenn es ganz schlecht läuft sogar „Hazzklabastere”.

Rolf Bresser kann in seiner Rolle des Allewiss Knüver sogar ein Lied davon singen: „Heij deät et wieh än doe deät et wieh, alles wat jot es, dat kann ich net mieh.”

Der Titel-„Held” des Stückes „Der opjewärmde Duede”, mit dem das Aachener Heimattheater Bühnenfreunde 1947 am Samstag im Eurogress eine exzellente Premiere feierte, ist einer von der Sorte - um es mit den Worten der Haushälterin Threis (Ria Hyrenbach) zu sagen - „Knotterfott”.

Neue Krankheiten treten quasi im Minutentakt auf und für jedes Problem gibt es ein Pillchen oder Säftchen, verschrieben von besten Ärzten der Stadt und angefertigt von den fähigsten Apothekern. Bei der Kontrolle der Rechnungen tritt dann auch noch Allewiss „Blothuurdrock” zu Tage. Geldgier und Betrug wirft er da den Halbgöttern in Weiß vor; ein Grund mehr, warum seine Tochter Dillche (Kathrin Schnitker) unbedingt einen Mediziner ehelichen soll, denn dadurch müsste doch die Leistungsaufstellungen etwas milder ausfallen.

Der Geschichte, die das Heimattheater auf die Bühne gebracht hat, liegt kein geringeres Drama zugrunde als Molires „Der eingebildete Kranke”. Ein Wagnis sind die Bühnenfreunde mit der Auswahl eingegangen, am Ende zahlte sich der Mut aber aus. Für die Darstellung, die schlagfertigen Dialogen und die herrlichen Kostümierungen gab es von den Zuschauern großen Applaus.

Rolf Bresser scheint die Rolle des Kranken wie auf den Leib geschneidert, er überzeugte ebenso wie Ria Hyrenbach als neugierige Haushaltsperle, mit Schlagfertigkeit, Witz und am Ende auch Charme. Eine große Bereicherung ist Judith Knisch als Lisbeth, der zweiten Ehefrau des Allewiss Knüver.

Ihre Darstellung der hinterhältigen Erbschleicherin ist durchweg erfrischend und gewinnbringend. Mindestens genauso sehenswert sind aber diejenigen in den kleineren Nebenrollen: Ob nun Gerlinde Geurten als Notarin und Lisbehts Mitgespielin Klörche Noppeney, der Apotheker Beätes Fuchs, gespielt von Werner Herrmann, Marita Toussaint, als die Schwester des Immer-Kranken oder die gute Seele des Vereins, Hans Mommer, in der Rolle des Priesters, der die Zeremonie für den Scheintoten Allewiss hält.

Gleiche Botschaft

Molire nimmt in „Der eingebildete Kranke” die naive Medizingläubigkeit reicher Kranker aufs Korn. Doch die Werke des französischen Dichters sind mehr als nur ein unterhaltendes Spektakel. Er konnte in seinen Komödien jederzeit die Tragödie, das Verstörende heraufbeschwören.

Die Fassung auf Öcher Platt entspricht nicht mehr in allen Zügen dem, was Molire seinerzeit in Paris schrieb, was die Form betrifft, ist sie aber nah dran an dem Klassiker. Dennoch bleibt die Botschaft am Ende gleich: Ärzte tun ihr Möglichstes, sie sind aber keine Halbgötter in Weiß. Und so lautet die Botschaft der sehr guten Inszenierung: Kranke fühlen sich am wohlsten, wenn man ihr Klagelied mitsingt.

Noch drei Aufführungen in Aachen zu sehen

Das Stück „Der opjewärmde Duede” ist am 2. und 9. April sowie am 7. Mai im Eurogress zu sehen. Beginn ist jeweils im 19.30 Uhr.

Im Rahmen der Premierenfeier wurden langjährige Mitglieder geehrt: Rolf und Sophia Bresser sowie Werner Herrmann für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit und Inge und Peter Stahl sowie Hanni Rombach für 35 Jahre Mitgliedschaft.

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