Der neue Prinz legt eine kesse Sohle aufs Parkett

Von: Georg Dünnwald und Tim Orth
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Karl Allgeier und Peter Reuter (Öcher Schängche), Bernd Marx, Elfriede Schultz (Öcher Schängche) und Andrea Weyer (Kinderschutzbund) freuen sich auf Karneval. Foto: Harald Krömer

Aachen. Er ist erfolgreich als Trainer der Friends of Fantasy. Das ist die Showtanzgruppe der KG Horbacher Freunde. Dreimal führte er die Tanztruppe zum Deutschen Meistertitel, fünfmal wurde er mit seiner Compagnie Norddeutscher Meister. Und am Samstag, 11. Januar 2014, erlebt Bernd Marx die Krönung seiner jecken Laufbahn.

Dann wird er im Eurogress vor 1400 Zuschauern zum Prinzen Karneval proklamiert. Er wird sich Bernd I. nennen und dabei eine kesse Sohle aufs Parkett legen. Mit seinem Hofstaat, so um die zwölf bis 14 Männer, wird er bis zum 4. März nächsten Jahres die Öcher Narren beherrschen. Am nächsten Tag, dem Aschermittwoch ist nämlich alles vorbei.

„Ich bin stolz, ich freue mich wahnsinnig darauf, Öcher Tollität zu werden, ein großer Traum geht in Erfüllung“, gab der Angestellte der Technischen Service-Gesellschaft bei der Deutschen Telekom am Dienstag in der AKV-Geschäftsstelle bei seiner Vorstellung durch den Präsidenten des Aachener Karnevalsvereins, Werner Pfeil, zu Protokoll.

44 Jahre alt ist der Bald-Prinz, mit seiner Ehefrau Dagmar hat er zwei Söhne im Alter von vier und zwei Jahren. Dagmar Marx wurde die besondere Ehre zuteil, den Titel eines Ehrenmariechens der erfolgreichen Horbacher Freunde zu führen. Bereits Marx‘ Eltern waren jeck auf Fastelovvend, deshalb packte ihn schon früh das Karnevalsfieber. Seit seinem sechsten Lebensjahr ging er regelmäßig zu den heimischen Kindersitzungen in der Gemeinde Hürtgenwald, in der er aufwuchs.

Bei den pratschjecken Kinderveranstaltungen musste der geborene Dürener Jong oft auf die närrischen Bühnenbretter. Dabei stellte er fest, dass der karnevalistische Tanzsport für ihn das Höchste war. Zunächst war Marx als Tänzer aktiv, später als Trainer. Seine Frau begleitet ihn seit vielen Jahren als Tänzerin in seinen Tanzgruppen. In der Session 2011 wurde er gemeinsam mit seinen Friends of Fantasy von Oberbürgermeister Marcel Philipp zum närrischen Botschafter Aachens ernannt.

Die Session der neuen Tollität läuft unter dem Motto „Janz jeck op Kejser Karl än Karneval danzt Oche met os Maskenball“. Das Motto orientiert sich an dem bevorstehenden Karlsjahr, dem 1200. Todestag des großen Karl, das die Zeitläufte des nächsten Jahres in Aachen sowieso bestimmen wird. Den Kaiser Karl hat Bernd Marx in der Session 2011 bereits erfolgreich auf den närrischen Bühnen in der Region tänzerisch dargestellt. „Das passt zum Prinzenmotto“, befand er während seiner Vorstellung.

Urgesteine und Neulinge

Der Hofstaat von Bernd Marx besteht sowohl aus karnevalistischen Urgesteinen, als auch aus Neulingen im organisierten Karneval. Das verspricht frischen Wind in der kommenden Session. Über die Figuren, die der Hofstaat darstellen soll, äußerte sich der designierte Karnevalsprinz noch nicht. „Ich kann ja noch nicht alles preisgeben.“

Nur soviel: „Der Maskenball wird schon eine Rolle im Auftritt von Prinz und Gefolge haben.“ Klar ist, dass er auch Lieder singen wird, wie schon viele Prinzen vor ihm. Für die meisten Öcher wird es kein Manko sein, dass der Öcher Prinz nicht in Aachen wohnt. Nach Auskunft des AKV lebt er in seiner Geburtsstadt, Aachen ist aber sein Lebensmittelpunkt, zumindest was die jecke Sache angeht.

AKV-Präsident Werner Pfeil zeigte sich sichtlich stolz auf die designierte Tollität. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben“, kommentierte er die Entscheidung des Elferrats seines Nobelnarrenvereins. Klar, dass Bernd Marx seinen Vorgängern in nichts nachstehen will. Auch er wird eine CD mit eigens für ihn komponierten Liedern auf den Markt werfen.

Und die seit Prinz Alwin I. (Fiebus) bestehende Tradition eines Benefizordens, der wohl wieder für fünf Euro pro Stück an die Närrin oder den Narren gebracht wird, hat er auch aufgegriffen.

Die Einnahmen gehen an zwei Aachener Vereine: an den Ortsverband Aachen des Deutschen Kinderschutzbundes und an den Förderkreis Öcher Schängche.

Beide Vereine haben sich natürlich darüber gefreut, als Spendenempfänger ausgewählt zu werden.

Den Förderkreis „Öcher Schängche“ hat Marx ausgesucht, „weil es so einmalig die Öcher Kultur rüberbringt“, den Kinderschutzbund und dessen Arbeit hält der zweifache Vater für enorm wichtig: „Außerdem ist erst vor kurzem der Abenteuerspielplatz ‚Zum Kirschbäumchen‘ beschädigt worden. Der Kinderschutzbund hat das Geld dringend nötig“, befindet Marx.

Karl Allgeier vom Förderkreis Öcher Schängche bedankte sich Dienstag ebenfalls für die bevorstehenden Spendeneinnahmen aus den Benefizerlösen: „Obwohl auch die Stadt uns unterstützt, leiden auch wir immer unter Geldmangel.“ Werner Pfeil: „Ich finde es gut, dass sich der neue Prinz, wie seine Vorgänger, für soziale Zwecke einsetzen will.“

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