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Der neue Bischof spürt Stallgeruch an der Krippe

Von: Holger Richter
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„Eindeutig aus Kolumbien“, urteilte Bischof Helmut Dieser (l.) und liegt damit richtig. Die kleine Krippe, die ihm anlässlich der Krippenausstellung „Krippen der Einen Welt“ von Manfred Körber und Prälat Klaus (v.r.) geschenkt wurde stammt aus Südamerika. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Für mich ist derzeit alles eine Premiere“, sagt ein gut gelaunter Helmut Dieser am Donnerstagmorgen. Und das gilt natürlich auch für den Besuch der Krippenausstellung „Krippen der Einen Welt“ im gemeinsamen Laden Weltweit am Dom von Bistum, Missio und Kindermissionswerk Die Sternsinger.

Kein Wunder, schließlich liegt die Amtseinführung des neuen Aachener Bischof –gleich neben an im Dom – noch keine drei Wochen zurück.

Drei Wochen, die Helmut Dieser als „sehr angenehm“ empfunden hat. Und das soll keine Floskel sein, sagt er im kurzen Gespräch mit den „Nachrichten“. „Ich fühle mich wirklich gut hier, weil mir die Art der Leute hier gefällt, ihre entgegenkommende Art.“

Überall, wohin er komme, spüre er die Freude der Menschen, dass er da sei, erzählt er. Und der neue Bischof kommt in Tagen wie diesen viel rum, die Adventszeit mache ihm den Start in sein neues Amt sicherlich etwas einfacher, da die Kirche durch das nahende Weihnachtsfest mehr Aufmerksamkeit bei den Menschen erfahre. Etwa durch die Krippenausstellung, die mehr als 170 Krippen aus rund 30 Ländern der Welt unter dem Motto „...Du meine Zuflucht!“ zeigt.

„Die Krippe macht deutlich, dass man ohne Zuflucht nicht leben kann“, sagt Helmut Dieser. Das Flüchtlingsdrama derzeit zeige, wie existenziell das Thema sei. „In meiner Heimat gibt es dafür einen besonderen Ausdruck: Gehäuschnis“, erzählt der gebürtige Neuwieder und schaut im Weltweit-Laden in fragende Gesichter. „Das bedeutet so viel wie Heimat, aber auch noch mehr als das. Zugehörigkeit, Stallgeruch“, erläutert er. Und gerade letzteres passe ja wieder zur Krippe.

„Der Mensch muss wissen, wo er herkommt“, sagt der Bischof. Weil aber „das irdische Gehäuschnis sehr zerbrechlich ist“, wie das Thema Flucht zeige, ist für Dieser jeder Mensch auch ein Gottessucher, der ein „größeres Gehäuschnis“ biete.

Theologie und Bodenständigkeit: Helmut Dieser bringt offenbar beides mit nach Aachen. Hier bekommen hat er eine kleine Strohkrippe vom Präsidenten des Kindermissionswerkes Prälat Klaus Krämer und Missio-Diözesandirektor Manfred Körber. Zudem haben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Weltweit-Ladens ihm einen Keramik-Engel geschenkt. „Den kann ich gut gebrauchen als Schutzengel“, sagt der Bischof lachend, „und als Schubsengel, wenn ich mal einen Antrieb brauche.“

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