Aachen - Der Mehrheit grauts beim Zeitungsmuseum: „Das Grau muss weg”

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Der Mehrheit grauts beim Zeitungsmuseum: „Das Grau muss weg”

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Sorgt für Diskussionsstoff: Das grau getünchte Ziegelmauerwerk des Internationalen Zeitungsmuseums an der Pontstraße. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das neuerdings grau getünchte Ziegelmauerwerk des Internationalen Zeitungsmuseums (IZM) an der Pontstraße hat einige Diskussionen ausgelöst. Auch in der „Nachrichten”-Leserschaft gehen die Meinungen auseinander, ob das Grau denn nun gelungen ist oder nicht.

„Grauenhaft”, ruft zum Beispiel Margrit Lethen aus Vaals, „alle Farben sinnlos zusammengemischt ergeben Grau.” Weiter meint sie: „Grausam sind die grauen Klötze, die in grauer Städte Mauern Licht und Sicht verhindern.”

Lukas Glimm dagegen kann sich durchaus für das neue Grau erwärmen. Sein Kommentar: „Also mir gefällts, zumindest auf dem Foto.”

Gisela Ropohl wiederum gibt Alt-OB Kurt Malangré recht. „Die graue Farbe der Fassade ist eine Verunstaltung des Erscheinungsbildes des historischen Hauses und seiner baulichen Nachbarschaft.” Bauhistorisch, sagt sie, sei die „misslungene Farbgestaltung” falsch: „Die ursprüngliche Kombination war Ziegel(rot) und Naturstein.”

Auch Marlies Glahn „ist enttäuscht über das kalte Grau”. Sie fand die Wärme, die das rote Gebäude ausstrahlte, „wohltuend”. Es habe sie immer wieder an Paläste in Rom und Florenz erinnert. „Jetzt erinnert es mich eher an ein Gefängnis in seiner Tristesse.”

Uschi Ronnenberg gefällts dagegen sehr gut: „Rötliches - durchaus hübsches - Einerlei wird belebt durch ein edles Grau”, schreibt sie.

Drei Gründe nennt Susanne Gross-Braken, warum das gewählte Mittel-Grau fehl am Platze sei: „Es wirkt in dem vorhandenen Farbkontext polarisierend und betont den missratenen blauen Anstrich rechterhand, statt diesen abzumildern.” Außerdem bewirke das Grau schnell eine gedrückte Stimmung: „Das gilt insbesondere im regnerischen Aachen.” Schließlich hätte „eine abgestufte Farbwahl sich besser in die bebaute Umgebung eingefügt und eine größere atmosphärische Harmonie erzielt”.

„Das Grau muss weg”, fordert Hans Hilger. Dem Argument der Planer, die frühere Zweifarbigkeit habe das Gebäude zerrissen, hält Hilger entgegen: „Wenn der Architekt Recht hat, wären Aachen und andere Euregio-Städte gut beraten, schnell ihre übrigen zerrissenen Gebäude der maasländischen Periode zu sanieren: Also streichen wir das Burtscheider Abteitor, die steinernen Obergeschosse des Postwagens am Rathaus und das Palais Curtius in Lüttich doch rasch grau.”

Humor und Hintersinn

Kurz und bündig ist der Kommentar von V. Bongartz aus Aachen: „Mir graut. Grausam.”

Mit Humor und Hintersinn packt Öcher-Platt-Präsident Richard Wollgarten das heiße Eisen Farbgebung an. Er fragt, ob die Verantwortlichen für die neue Farbgestaltung am IZM womöglich von Jupp Schollen beeinflusst wurden. Der Sänger habe bekanntlich „De Vijjeling”, das ehemalige Polizeigefängnis besungen: „In der Pontstraß, da steht ein graues Haus, da schaut ich oft zum Fenster raus...”

Für Wollgarten stellt sich zum grauen Haus vor allem eine Frage: „Soll es mit dem grauen Anstrich auch wieder der alten Nutzung zugeführt werden?”
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