Aachen - Der Küster von St. Anna hat einen riskanten Job

Der Küster von St. Anna hat einen riskanten Job

Von: pol-ac
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Aachen. Thomas Rombach hat offenbar einen riskanten Job. Dabei ist der 42-Jährige nicht etwa Geheimagent oder Stuntman, sondern Küster an der katholischen Pfarrkirche St. Anna in Walheim. Am Samstag überraschte er einen Dieb am Opferstock der Kirche und wurde von ihm attackiert. Es war nicht der erste Angriff auf den Küster.

„Vor Jahren bin schonmal in der Sakristei mit einem Messer bedroht worden”, erzählt Rombach. Damals wusste er sich zu wehren - mit einem Kerzenlöscher. Mit der langen Stange, die üblicherweise zum Ausmachen von Flämmchen in schlecht erreichbarer Höhe dient, schlug der Küster den Angreifer in die Flucht. Dabei blieb er selbst ebenso unversehrt wie vor einigen Wochen, als er Eindringlinge in St. Antonius in Rott -Êinsgesamt ist Rombach für sieben Kirchen zuständig - verscheuchen konnte. Da hatte er Geräusche in einem Nebenraum gehört und wollte ihnen auf den Grund gehen. Die ungebetenen Besucher suchten daraufhin das Weite.

Am vergangen Samstag lief es nicht so glimpflich ab. Nach der 18.45 Uhr-Messe in Walheim hatte der Küster noch in der Sakristei zu tun und hörte plötzlich Geräusche aus dem Kirchenraum. Gegen 20 Uhr sei es gewesen, meint Rombach, als er einen Jugendlichen entdeckte, der sich mit einem Stein am Opferstock zu schaffen machte. „Was machst Du denn da?”, fuhr der Kirchenmann ihn an. Statt einer Antwort bekam er Beschimpfungen zu hören, zudem warf ihm der Unbekannte den Stein, mit dem er zuvor erfolglos den Geldsammelbehälter zu knacken versuchte hatte, direkt an den Kopf.

„Ich hatte Glück”, sagt Rombach. Das faustgroße Wurfgeschoss traf den Bügel seiner Brille, „da ist kein Glas gesplittert”. Durch das Brillengestell wurde die Aufprallwucht etwas gemildert, dennoch litt der Küster danach unter Kopfschmerzen. Der Unbekannte lief anschließend ohne Beute aus dem Gotteshaus, der Opferstock aus massivem Metall hatte den Aufbruchsversuchen standgehalten. Bei seiner Flucht warf er noch weiteres Mobiliar um, auch eine Figur aus einer Hirtengruppe ging zu Bruch. „Die konnten wir aber reparieren”, sagt Rombach.

Die Polizei sucht nun nach einem jungen Mann, der 1,70 Meter groß und schlank sein soll, extrem schielt, eine Nickelbrille trägt und im Gebiss eine auffallende Zahnlücke hat. „Eher so eine Spalte”, präzisiert Rombach die Täterbeschreibung, „wenn die Zähne weiter auseinanderstehen.”

Nichts Persönliches

Angst hat er nach eigenem Bekunden bei seinen Rundgängen in der Kirche nach wie vor nicht. „Ich bin eher groß und schwer.” Das nutzte ihm aber auch nicht viel, als ihn vor über zwei Jahren ein Schlag mit einer Schaufel traf. „Da wollte ich nur nachsehen, ob an der Orgel noch das Licht brannte”, erzählt der Küster. Der Täter habe direkt hinter der Tür gestanden und unvermittelt zugeschlagen. Inzwischen dreht Rombach nicht mehr allein seine Runden in St. Anna, ein Mitglied des Kirchenvorstands ist immer dabei. Zudem schließt der Küster die Kirche nach der Messe sofort ab. Aber Angst? „Diese Sachen haben nichts mit meiner Person zu tun”, meint Rombach. Es seien halt Leute, die in der Kirche „irgendwas suchen” würden.

Und wenn es schiefläuft, finden sie den Küster.
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